Withered – Relikte | 2010 | Eigenproduktion | CDR | Black/Death Metal

WITHERED aus Berlin entstand 2009 aus der Asche des Vorgängers DÜSTERWALD, mit dem man 2005 und 2006 zwei Demos veröffentlichte. Diese Demos sind mir nicht bekannt, allerdings gehe ich aufgrund der zahlreichen Besatzungswechseln und der Betonung auf kreatives Schaffen davon aus, dass die erste Demo von WITHERED nur wenig mit den zwei DÜSTERWALD-Demos gemeinsam hat. „Relikte“ ist jedenfalls stilistisch schwer einzuordnen. Eine progressive Mischung aus Black Metal, Death Metal und Metal soll es laut WITHERED sein.

Mit dem ersten Lied Gesichter im Moor gibt es ein vielfältiges Lied zu hören, in dem es leise Töne, erschaffen aus Flüstern und Klargitarre, als auch kraftvolle, melodische Riffs zu hören gibt. Rhythmisch verhält sich das Lied gleichfalls abwechslungsreich, da sich schnelle Schübe mit gemäßigten Passagen abwechseln. Aggressivität wechselt sich gekonnt mit lieblicher Melodik ab. In „Kriegsnebel“ ist die Atmosphäre düsterer, da hier tiefe Töne klar dominieren. Nicht nur die Gitarren erklingen tiefer und dunkler, selbst der Gesang wurde tiefer eingesungen, weshalb „Kriegsnebel“ phasenweise wie eine sehr düstere und eigenständige Black/Death-Mischung klingt, die mit guten und interessanten Riffs und Melodien aufwartet. Zudem nimmt das Lied interessante Wendungen, die unerwartet und sehr eigenständig sind und für einen erstklassigen Spannungsverlauf sorgen. Zum Abschluss kommt Abendgrauen, das flott und antreibend beginnt und auch hier überwiegen tiefe Tonlagen, obgleich das Spiel an den Saiteninstrumenten phasenweise überaus melodisch ist. Am programmierten Schlagzeug sind hier eigenartige Effekte zu hören, die ich nicht so richtig deuten und einordnen kann, da das synthetische Schlagwerk ansonsten absolut sauber und flüssig programmiert wurde und gar nicht als programmiert auffällt. Wie dem auch sei, nach dem flotten Anfang gibt es einen extrem melodischen Death Metal Part zu hören, der überaus riffbetont ist und verdammt fröhlich klingt. Mir ist das viel zu viel Melodie und glücklicherweise bleibt es auch bei dieser einzigen Passage.

Alles in allem ist „Relikte“ eine interessante Demoveröffentlichung, die dem eigenen Anspruch von WITHERED, nämlich auf Pfaden fernab gefestigter Genre-Grenzen zu schreiten, gerecht wird. Mit Gesichter im Moor und „Kriegsnebel“ sind auch zwei wirklich gute sowie interessante und unterschiedliche Stücke enthalten. Im Auge sollte man WITHERED in jedem Fall behalten und abwarten, wie sich die Gruppe entwickeln wird. Wem die zwei Lieder auf der Myspace-Seite zum reinschnuppern nicht genügen, der kann WITHERED am 21. November in Berlin in der Amnesie sehen und hören.

6,5/10
Aceust

01. Gesichter im Moor
02. Kriegsnebel
03. Abendgrauen

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