Unhuman Disease – Into Satan’s Kingdom | 2010 | Black Hate | CD | Black Metal

Laut Infotext gibt es beim Soloprojekt Unhuman Disease weder “Laveyan Garbage” noch “Pagan Filth”, was mir den Amerikaner schon mal vorab sympathisch macht. Das mag zwar kleingeistig und engstirnig sein, doch passt es – wie seit allen Zeiten schon – perfekt zum kompromisslosen Black Metal. Von dieser Sorte ist Into Satan’s Kingdom nämlich. Es ist zuweilen ein raues, grelles, lautes und gemeines Album ohne jeglichen Firlefanz. Stattdessen wird der Teufel verehrt und angebetet und sämtlicher Hass eindringlich hinaus geschrien. Ganz neu ist das Material allerdings nicht, auch wenn es sich hierbei um die neuste Veröffentlichung handelt. Into Satan’s Kingdom wurde bereits 2007 aufgenommen, also noch vor dem 2009 erschienenen Black Creations of Satan.

Into Satan’s Kingdom ist also weder innovativ noch gibt es irgendetwas neues zu hören; soll es auch gar nicht. Alleinmusiker Nocturnus Dominus (der nicht nur an den Gitarren sogar auch am Schlagzeug überzeugt) spielt entweder sehr extrem auf, hohes Tempo und böses Geschreie, oder verliert sich in langen, schleppenden Passagen. Die wüsten Stücke und Passagen, in denen das Tempo hoch ist und die Riffs grell und schnell, versprühen eine radikale und zerstörerische Atmosphäre, die zum Teil gar an Krieg und Svart Hat heranreicht. Hier agiert Unhuman Disease wunderbar primitiv und gemein. Die langsameren Lieder und Abschnitte sind teilweise leicht melodisch eingefärbt und gehen mit ihrer melancholischen Ausstattung schon beinahe in die Richtung des depressiven Black Metals. Genau hier liegt für mich auch die Schwäche des Albums. Nocturnus Dominus gestattet diesen langen und melancholisch schleppenden Arrangements zu viel Raum. Für sich genommen sind sie zwar gelungen und überzeugend, doch nehmen sie den anderen Liedern, die ja herrlich aggressiv und hasserfüllt sind, zu sehr den Wind aus den Segeln. Schlecht wird das Album deswegen nicht, da es Nocturnus Dominus versteht, Stimmungen zu erzeugen. Aber ein höherer Anteil an barbarischer Kriegstreiberei in der Form von kalter Raserei und weltenzerstörendem Hass hätte mir besser gefallen.

Trotzdem bleibt Into Satan’s Kingdom unterm Strich ein feines Black Metal Album ohne verkaufsfördernde Spielereien. Trendverwöhnte Ohren und Klangfetischisten werden hierbei aber Kopfschmerzen bekommen, obgleich ich den grellen und leicht dumpfen Klang hervorragend empfinde.

7/10

01. Entering satan’s kingdom
02. Diabolic devotion
03. Calling of satan
04. Demonic unholy night
05. Guided by satan
06. Howls of sorrow
07. Into satan’s kingdom
08. Worship
09. Spreading the disease

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