Terdor – Axis Panzerzug Anno November 1942 | 2008 | Thor’s Hammer Productions | CD | Black Metal

Roher War Black Metal wird hier dem geneigten Hörer geboten. Allerdings, anders als bei vielen anderen Vertretern dieser Gattung, handelt es sich bei Terdor keineswegs um eine Hochgeschwindigkeitstruppe die vor allem durch Brachialgewalt auffällt. Das Gegenteil ist der Fall. Terdor spielt zumeist mittelschnell, gerne auch schleppend. Schnelle und antreibende Parts sind zwar auch zu hören, doch allerdings lediglich als ein strukturelles Element der Musik und nicht als dominierendes Stilmittel. Rein musikalisch handelt es sich hierbei also um rohen und bisweilen auch harschen Black Metal. Harsch vor allem des Gesangs wegen, der stark verzerrt und eindringlich ist und dem Ganzen einen extremen Anstrich verleiht.

Nach dem kurzen Einklang Into the trench, in dem natürlich das obligatorische Mündungsfeuer nicht fehlt, eröffnet sich mit In het land van Kyandyrollen ein recht abwechslungsbehaftetes Stück. Es sind sowohl langsame Passagen, wie auch recht melodische Arrangements und schnelle sowie harte Ausbrüche zu hören. Dabei verweilt ein Part nie sehr lange, weshalb das Lied abwechslungsreich und lebhaft wirkt. Lebhaft aber auch deshalb, da Terdors Gitarrenspiel alles andere als eingängig ist. Anstatt einfache, sich wiederholende Riffs zum Besten zu geben, wurde die 7-saitige Gitarre stets ein wenig melodisch und vielschichtig eingespielt. Anders ist es da dann schon im folgenden Amgedpha no more, wo harte und raue Riffs das Sagen haben – es sind auch Soli zu hören – und gemeinsam mit dem stampfenden Schlagzeug eine treibende und energische Stimmung erzeugen.

Nach dem durchgehend schleppenden World War propaganda mit dunklen und teils leicht schwermütigen Melodien, folgt Weemoed in het antieke woud, das von Anfang an ruppig rüberkommt. Diese Ruppigkeit ist dem lauten Gesang zu verdanken, aber auch einstweiliges Riffing wirkt extrem schroff und pöbelnd. Angenehmer und strukturierter ist es dann aber wieder in Trench love.
Burning corpses ist dann quasi ein Ausklang bevor die beiden letzten Titel folgen, die eindeutig aus einer anderen (vermutlich früheren) Aufnahme stammen. Pantsertrein ist ein extrem rohes und grelles Stück mit unsauberem Klang. Es ist auch recht schnell und aufgrund des Kreischgesangs auch aggressiv ausgefallen. War revised version steht dem in nichts nach und wirkt in seiner rohen und barbarischen Anordnung zuweilen recht chaotisch und irgendwie klingt Terdor hier auch ein bisschen nach Garagenpunk.

Axis Panzerzug anno November 1942 ist absolut nichts für Schöngeister oder Anhänger des modernen Black Metals. Vielmehr steht Terdor für traditionelle und rohe Klänge, verpackt mit militärischem Inhalt. Obwohl durchaus roh, erweist sich das Gitarrenspiel so manches Mal als überdurchschnittlich und interessant. Traditionalisten und Puristen dürfen hier also durchaus zugreifen.

5/10
Aceust

01. Into the trench
02. In het land van Kyandyrollen
03. Amgedpha no more
04. World War propaganda
05. Weemoed in het antieke woud
06. Trench love
07. Burning corpses
08. Pantsertrein
09. War revised version

Schreibe einen Kommentar