Tempers Creature – Lupus Est Homo Homini | 2014 | Sturmglanz | CDR | Black Metal

Das Schwäbische Duo TEMPERS CREATURE gründete sich 2008 und veröffentlichte kürzlich das Album „Lupus Est Homo Homini“. Die Zwei beschreiben ihren Stil als „Depressive Suebian Heathen Music“, womit sie die Verbindung von depressivem Black Metal mit heidnischen Einflüssen und die Verbundenheit zur schwäbischen Heimat ausdrücken wollen.

Entsprechend der unterschiedlichen Einflüsse ist „Lupus Est Homo Homini“ auch kein homogenes Werk, da sowohl der DSBM teils sehr ausgeprägt ist, es aber ebenso auch deutliche Tendenzen in Richtung Heidentum und atmosphärische Musik gibt. Durch diese verschiedenen Ansätze entpuppt sich das Album als facettenreich. Selbst der DSBM ist vielfältig. TEMPERS CREATURES gehen sowohl den klassischen Weg, der eine schleppenden Spielweise und hysterisches Gekreische bevorzugt, als auch ruppig zu Werke, wie der eine und andere schnelle und ruppig Ausbruch zeigt. Ganz gleich ob langsam oder schnell, musikalisch agiert das Duo im Black Metal rau. Der Klang ist roh und scheppernd und die Melodien sind relativ einfach gehalten. Etwas anders sieht es in den zahlreichen atmosphärischen Stücken und Passagen aus, die sowohl männlichen als auch weiblichen Klargesang beinhalten. Dort gibt es neben ruhigem Gesang auch Piano und verträumte, teils heidnische und dem Neo-Folk entliehene Harmonien zu hören. Diese harmonischen und ruhigen Einlagen sind ein starker Kontrast zum rohen DSBM und erweitern die Stimmungslage des Albums enorm. Da gefällt mir „Wir rufen deine Wölfe“ definitiv am besten, da ich schon das Original von STURMPERCHT großartig finde. Hierbei handelt es sich zwar um ein von STURMPERCHT nachgespieltes Stück, doch ist „Wir rufen deine Wölfe“ eigentlich ein Gedicht von Friedrich Hielscher, auf dessen kontroverses Schaffen ich an dieser Stelle nicht eingehen möchte. „Wir rufen deine Wölfe“ wurde jedenfalls von vielen Gruppen vertont und TEMPERS CREATURE haben sich für die wohl beste Interpretation von STURMPERCHT entschieden.

Die musikalische und atmosphärische Vielfalt ist sicherlich interessant. TEMPERS CREATURE versuchen immer wieder mittels ruhiger und sphärischer Musik dem Ganzen einen ruhigen und atmosphärischen Charakter zu verleihen, was mir persönlich jedoch nicht gefällt. Mir ist es insgesamt zu viel Abwechslung mit einem zu hohen Anteil an atmosphärischen Einlagen. Dadurch wird der Black Metal etwas an die Seite gedrängt, der mir vor allem dann gefällt, wenn es etwas lauter, schneller und hässlicher wird. Die langsamen, depressiven Passagen sind nicht schlecht, können mich aber nicht wirklich fesseln, was beim DSBM aber ohnehin nur sehr selten vorkommt. „Lupus Est Homo Homini“ richtet sich deshalb wohl vor allem auch an Anhänger des rohen DSBM und Freunde von atmosphärischen und ruhigen Klängen. Dies wird auch durch die strikte Limitierung auf 100 Einheiten unterstrichen. „Lupus Est Homo Homini“ ist ein Album für eingefleischte Anhänger des suizidalen und atmosphärischen Black Metals.

01. Zwiespalt (Intro)
02. Schmerz, mein einzig‘ Freund (Einsamkeit I)
03. Winter im Herzen (Einsamkeit II)
04. Der Misanthrop
05. Der Menschheit Weltenbrand
06. Letztes Strafgericht
07. Die Liebe Nerthus (Burzum Cover)
08. Suebia (Heimaterde)
09. Heimathymne
10. Wir rufen deine Wölfe (Sturmpercht Cover)
11. Wuotans wildes Heer
12. Die Trauer der Germania
13. Nur ein Traum… (Einsamkeit III)

https://www.facebook.com/pages/Tempers-Creature/501653109857358
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