Tal’Set – La Via Del Guerriero | 2012 | ATMF | CD | Metal

Über TAL‘SET ist nur sehr wenig bekannt. Es handelt sich hierbei um eine italienische Gruppe, die mit dem Album La Via Del Guerriero debütiert. Thematisch geht es auf dem Album um die Schriften von Carlos Castaneda, der sich wiederum intensiv mit den Indianern Mexikos beschäftigte. Damit dürfte sich auch das Cover erklären lassen. Dies ist aber auch nur eine Nebeninformation, da man die italienischen Texte nicht versteht und sich diese esoterischen oder schamanischen Einflüsse in der Musik vor allem in instrumentalen Passagen finden kann. TAL’SET spielen hier ziemlich modernen und abwechslungsreichen sowie genreübergreifenden Metal. Die Band soll wohl stark durch psychedelischen Rock der 1970iger beeinflusst sein und für Freunde von DEATHSPELL OMEGA, SPITE EXTREME WING, ENSLAVED und THE DEVIL’S BLOOD geeignet sein. Dazu kann ich nicht viel schreiben, bis auf DEATHSPELL OMEGA kenne ich die besagten Gruppen kaum, und selbst bei DEATHSAPELL OMEGA bin ich nur mit den älteren Sachen bewandert. Wie dem auch sei, TAL’SET sind also modern orientiert.

Nach der kurzen Einleitung erklingt sogleich das Titellied, welches durch kraftvolle, rockige Riffs und partiellem Klargesang auffällt. Es ist rhythmisch als auch rifftechnisch ein ziemlich technisches Stück, das auf mich wie eine Mischung aus Death Metal und Hardcore wirkt. Zwischendurch gibt es melodische Einsprengsel, in denen wohl so etwas wie eine Panflöte zu hören ist, was wohl auf die Indianer verweisen soll. Das Titellied ist für meine Ohren sehr gewöhnungsbedürftig, was gerade auch an dem italienischen, an Hardcore erinnernden, Gesang liegt. Kombiniert mit der technischen Ausrichtung wirkt das Lied sehr modern. Das nachfolgende Inteno beginnt sehr erhaben, Fanfarenklänge ertönen und es wirkt dadurch wie Neo-Folk, doch währt diese Einleitung nicht lange und Inteno entwickelt sich zu einem riffbetonten, rhythmisch vielfältigen Lied in dem der Gesang erneut in die Richtung Hardcore geht. Im letzten Drittel wird es wieder folkig, da fanfarengleiche Klänge und Akustikgitarre ertönen – was mir bisher an der Scheibe übrigens am besten gefällt. Ihr merkt schon, es ist eine schwierige Platte, deren Zugang mir bisher verwehrt bleibt. Dies ändert sich auch nicht mit Mescal. Mescal ist eine sehr ruhige, atmosphärische und harmonische Komposition, die verspielte Gitarrenmelodien, und an Wind erinnernde Geräusche bietet, was ein wenig an HAGALAZ‘ RUNEDANCE erinnert. Herr Castaneda lässt wohl grüßen. Da kommt dann aber das eher harsche Puno d’Unione, in dem phasenweise verzerrter Gesang zu hören ist. Zudem gibt es hier auch mal schnelle Tempi zu hören. Das Lied wirkt aber trotzdem nicht sonderlich hart, die Riffs und auch der Gesang sind zu modern, zu unstet. Dazu passt dann auch die ausladende Keyboardbegleitung im Mittelteil.

Wenn man die Platte bis hierher gehört hat, weiß man auch wie es mit dem Rest weitergeht. TAL’SET ändern ihren Stil nicht mehr. Es wechseln sich moderne metallische Lieder mit ruhigen Liedern und Passagen ab, in denen oft Akustikgitarre und andere liebliche Arrangements zu hören sind. Es gibt sehr viel Abwechslung auf der Scheibe, und durchaus auch mal den einen und anderen guten Part. Doch in der Summe gibt es für meinen Geschmack viel zu viel Abwechslung, viel zu viel unterschiedliches. Meiner Meinung nach funktioniert die Vermischung von Hardcore, Death Metal, Black Metal, Rock und folkigen sowie ethnischen Klängen einfach nicht. Mag sein dass ich dafür zu engstirnig bin und mal wieder einen Trend verpenne, aber empfehlen kann ich das Teil beim besten Willen nicht. Aber ich fand auch THE DEVIL’S BLOOD damals als sie herauskamen nicht gut und heute sind sie extrem angesagt und erfolgreich. Wer moderne und stilübergreifende Musik mag, die sehr unterschiedliche Elemente beinhaltet, kann TAL’SET mal probieren, aber bitte mit Vorsicht.

4/10
Aceust

01. Il vecchio alla stazione
02. La via del guerriero
03. Inteno
04. Mescal
05. Puno d’Unione
06. Gli atlantidi di tula
07. Follia controllata
08. Fermare il mondo
09. Fuoco dal profondo
10. Al di là dell’aquila
11. L’ultima danza

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