Sulphur – Omens Of Doom

Sulphur - Omens Of Doom

Sulphur - Omens Of DoomNach nahezu siebenjähriger Stille melden sich die progressiven Norweger von SULPHUR mit ihrem dritten Album „Omens Of Doom“ zurück. Mit der Veröffentlichung von Tonträgern haben es SULPHUR offenbar nicht so sehr, existiert die Band unter diesem Namen doch bereits seit 1999. Das Debütalbum erschien indes erst 2007, nachdem zuvor zwei Demos veröffentlicht wurden. Gut Ding will Weile haben, mag man sich da denken. Schaut man sich jedoch an, wer alles in SULPHUR involviert ist, erklärt sich diese niedrige Frequenz an Veröffentlichungen ein wenig. Die verschiedenen Musiker sind oder waren unter anderem mit AETERNUS, TORTORUM, GORGOROTH, ENSLAVED oder VULTURE INDUSTRIES aktiv.

Mit „Omens Of Doom“ steht nun der dritte Streich in den Startlöchern und ich werde auch nach mehreren Durchläufen nicht wirklich schlau draus. SULPHUR spielen ein technisches, progressives und polymorphes Death-Black-Metal-Gemisch. Gleich mit dem ersten Stück „The Force Of Our Fall“ lehren mich die fünf Norweger das Fürchten, denn die beiden Gitarren betäuben meine Sinne mit überaus technischen und frickeligen Melodien. Es sind Melodien wie ich sie hasse, es sind Melodien weshalb ich den technischen und avantgardistischen (Black) Metal für gewöhnlich meide. Es ist kein guter Einstieg ins Album.

„Omens Of Doom“ besteht glücklicherweise nicht nur aus dem ersten Lied und SULPHUR entpuppen sich als überaus vielseitiges und detailliert aufspielendes Ensemble. Die anfängliche technische Komplexität löst sich jedenfalls auf, und die Melodien erweisen sich im weiteren Verlauf als wesentlich zugänglicher. Das Spiel an den Instrumenten ist lebendig und so etwas wie Stillstand gibt es nicht, doch verzichten SULPHUR weitgehend auf avantgardistische Zuspitzungen.

Sulphur (Band)Das Album ist voller Reminiszenzen an alte Zeiten und Größen. So gibt es in „Gathering Storm“ einen Part, der mich stark an „Under The Blade“ von DEFLESHED erinnert. Dies steht in einem interessanten und spannungsgeladenen Kontrast zum dezenten ‚avantgardistischen‘ Hauch, der kaum wahrnehmbar, mich an Bands wie ARCTURUS oder SOLEFALD erinnert. Es sind davon aber nur Spuren in homöopathischen Dosen vorhanden. Mit der überbordenden Experimentierfreudigkeit der eben genannten Bands haben SULPHUR nichts gemein.

SULPHUR haben mit „Omens Of Doom“ ein professionelles und vielseitiges Album abgeliefert. Die fünf Musiker können spielen und sie verstehen etwas von Musik, soviel steht zweifelsfrei fest. Trotzdem fesselt mich das Album nicht, obgleich mir einzelne Parts oder Melodien durchaus gut gefallen. Doch in der Summe sagt mir das Resultat nicht zu. Wer offen für facettenreichen Black/Death Metal ist, wer melodische Arrangements genauso zu schätzen weiß wie knochentrockene technische Parts, der sollte sich „Omens Of Doom“ definitiv genauer anhören.

Sulphur – Omens Of Doom
CD | Dark Essence Records
11.03.2016 | Black/Death Metal

1. The Force Of Our Fall
2. Gathering Storms
3. The Devil’s Pyre
4. Plague And Pestilence
5. Omens Of Doom
6. Rise Of The Mushroom Clouds
7. Alt Svartner

https://www.facebook.com/SULPHURBAND | https://soundcloud.com/sulphur-official | https://sulphurnorway.bandcamp.com/
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