Sühnopfer – Offertoire | 2014 | Ladlo Productions | Kassette | Black Metal

SÜHNOPFER ist das Soloprojekt des französischen Musikers Andraos, welches er bereits seit 2001 betreibt. Er verstärkt aber auch live auf der Bühne Gruppen wie AORLHAC und SIGILLUM DIABOLICUM und seit 2012 ist er Schlagzeuger von PESTE NOIRE. Mit „Offertoire“ ist vier Jahre nach dem Debütalbum das zweite Album erschienen.

SÜHNOPFER spielt melodischen und zugleich auch rasanten Black Metal. Das Spiel ist komplex, vielschichtig und immer wieder schimmern mittelalterliche Harmonien durch, die mich stellenweise gar an GODKILLER erinnern. Andraos‘ stark verzerrter Kreischgesang ist überaus harsch, manchmal nahezu hysterisch – was aber gut mit den spielfreudigen, melodischen Gitarren harmoniert. Ohnehin ist es zwingend notwendig den lebendigen Gitarren etwas entgegen zu setzen. Denn es ist melodisch immer etwas los und in steter Bewegung, so etwas wie Monotonie gibt es harmonisch betrachtet nicht.

„Offertoire“ ist ein komplexes Album, das rhythmisch und harmonisch hochgradig facettenreich ist. Mir ist es manchmal einfach zu viel, zumal sein Spiel auch schnell ist und es viele Brüche und Wechsel gibt. Deshalb lässt sich SÜHNOPFER auch nur bedingt mit DARKENHÖLD vergleichen, die beim selben Label sind und gleichfalls mittelalterlichen Black Metal spielen. SÜHNOPFER ist wesentlich härter und harscher dabei aber latent melodisch. Stellenweise verdichten sich die Arrangements dermaßen, dass die Kompliziertheit ABIGOR’SCHE Ausmaße erreicht.

Für meinen Geschmack ist es zu viel des Guten. Ich brauche zum Wohlfühlen mehr Geradlinigkeit, und die gibt es kaum. Wer auf schnellen und melodischen Black Metal steht, wer mittelalterliche Harmonien mag, der kann „Offertoire“ gern probieren, zumal die Kassettenversion sehr wertig und edel ist.

1. Introït – Saints Mystères
2. Sonnent les Aurisses (Montmorillon)
3. Les Légendes de l’Ours
4. Majestueux Repaire
5. Chevalier Maudit
6. La Tour du Pendu
7. Messe des Morts

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