Sombres Forêts – Quintessence | 2006 | Sepulchral Productions | CD | Black Metal

Quintessence ist das Debütalbum von Sombres Forêts, einer Ein-Mann-Gruppe aus Kanada, die dem düsteren und misanthropischen Black Metal frönt.

Das gleichnamige Anfangsstück Quintessence, ist ein drei Minuten andauernder Einklang, bestehend aus verschiedenen Geräuschen und Klängen. Darauf folgt mit La royaume das erste richtige Stück, welches in den ersten Augenblicken ein wenig an Xasthur mit dem Album „The funeral of being“ erinnert. Diese Nähe resultiert aus der schleppenden Beschaffenheit, die mit Keyboardklängen und verzerrtem Kreischgesang gepaart ist. Doch nach und nach verflüchtigt sich diese Nähe zu Xasthur und La royaume wird zunehmend eigenständiger. Dies fällt besonders auf, als das Keyboard wegfällt und die Gitarren deutlich zu hören sind. Trotz der rauen klanglichen Beschaffenheit ist und bleibt La royaume ein harmonisches Stück von ruhiger Struktur und melancholischer Atmosphäre. Der Rhythmus des über zehn Minuten langen Titels bleibt durchweg schleppend, doch gibt es hier und da leichte Variationen im Schlagzeugspiel. Es ist ein abwechslungsreiches Stück, das vor allem im harmonischen und melodischen Bereich, einige gute Veränderungen aufweist.

Vents des désespoirs beginnt sehr rau, ein wenig kraftvoll und hört sich in den ersten Sekunden stark nach alte Burzum an. Doch mit dem Einsetzen des Gesangs ist auch diese Ähnlichkeit dahin, und ein schleppendes, von rauen Gitarren geprägtes Stück tut sich auf. Stellenweise tritt ein ruhiges, atmosphärisches Keyboard im Hintergrund auf. Kalt und sehr schleppend geht es mit Au solstice de l’hiver weiter, das minutenlang schwermütig vorüber zieht. Nach etwa sechs Minuten kommt dann ein klarer Akustikgitarrenpart, nach dem es dann zunächst kraftvoll und schroff weiter geht, bevor das Lied dann in atmosphärischer Kälte ausklingt. Das folgende Automne ist ähnlich strukturiert, durch eine sehr lange schleppende Strecke bestimmt, die durch düstere Arrangements ausgekleidet wurde und auf die, irgendwann, eine klare Passage folgt. L’Abîme unterscheidet sich dann etwas. Es ist zwar gleichfalls schleppend und melancholisch, doch lässt sich Sombres Forêts hier vereinzelt, zu rauen, zuweilen gar ein wenig rotzigen Riffs, verleiten, was der Musik und ihrer Atmosphäre etwas Aggressives verleiht.

Quintessence ist ein sehr atmosphärisches Album, das trotz einiger – kurz währenden – Ähnlichkeiten zu bekannten Gruppen, insgesamt betrachtet, recht eigenständig ausgefallen ist. Quintessence lässt sich sehr gut in einem Zug hören, da die atmosphärische Dichte der Lieder konstant ist und in Kälte und Schwermütigkeit abtauchen lässt. Was mir allerdings fehlt, sind Momente der Härte und Extremität. Vereinzelte aggressive Schübe und Arrangements hätten dem Album sicherlich gut getan. Aber es ist das erste Album, und Potential, auf das Sombres Forêts künftig aufbauen kann, ist definitiv vorhanden.

01. Quintessence
02. Le royaume
03. Vents de désespoirs
04. Au solstice de l’hiver
05. Automne
06. L’Abîme
07. L’enchantement des forêts

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