Sikaryus – Unrestrained | 2008 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal

Aus Bochum erreichte mich diese Demo CDR mit dem Namen Unrestrained, mit der Sikaryus debütiert. Geboten wird zumeist roher und grimmiger Black Metal. Das kurze atmosphärische Intro geht nahtlos in Unrestrained lords of the sea über, welches aufgrund der Überschneidung mit dem Intro in den ersten Sekunden denn auch noch harmonisch ist. Mit dem Einsetzen der Instrumente und des Gesanges offenbart sich dann aber schroff klingender und rumpelnder Black Metal mit extrem verzerrtem Gesang. Ein wenig fühle ich mich hiervon an die Ungarn von Nebron mit ihrem 2000er Album „The Message“ erinnert. Unrestrained lords of the sea ist aber nicht nur grimmig und roh, stellenweise wurden leicht melodische Gitarrenparts eingestreut und in der Mitte des Liedes gibt es auch eine sehr schöne atmosphärische Passage, die das raue und rumpelnde Spiel auflockert.

Schleppend vorgetragen und auf einfache, grelle Riffs beschränkt, ist The end of everything. Hier kommt der extreme Gesang noch mehr zur Geltung, da der vorwiegend ruhige Rhythmus und die phasenweise unauffälligen Saiteninstrumente dem Gesang viel Platz geben. Im letzten Drittel sind zwei kurze Soli zu hören, ansonsten gibt es nur sehr wenige Variationen in dem Lied.

Nach dem zwei Minuten kurzen Winter, einem rohen und mittelschnellem Stück mit hasserfülltem Kreischgesang, folgt Sin war, welches rhythmisch ruhig gelagert ist aber aufgrund der rauen Saiteninstrumente dennoch schroff und räudig wirkt. Zudem enthält Sin war viel mehr Abwechslung an den Gitarren, welche phasenweise dunkle Harmoniebögen einstreuen und auch die Bassgitarre schimmert hier und da angenehm durch.

An dieser Spielweise ändert sich auch in den beiden letzten Titeln Void und Spheres of black nichts. Sikaryus spielt auch hier rhythmisch ruhig, schleppend und unauffällig auf. Genau hierin liegt für mich auch der einzige Anlass zur Kritik. Es mangelt Unrestrained an heftigen und aggressiven Ausbrüchen. Damit meine ich keine schnellen Parts sondern den einen oder anderen eingestreuten, eruptionsartigen rhythmischen Ausbruch, in dem es kurzweilig laut, schnell und eben heftig wird. Dadurch würde Unrestrained einen fiesen und extremen Anstrich bekommen, der in Richtung Coldness oder Irae gehen würde. Die Vorraussetzung dafür ist jedenfalls gegeben.

Unrestrained ist also schleppender, aber durchaus roher Black Metal, mit extremen Gesang und gutem Spiel an den Saiteninstrumenten. Zudem gefällt mir der ungeschliffene Klang der Instrumente, welcher die Gitarren grell und das Schlagzeug zuweilen scheppernd und stampfend erklingen lässt. Unrestrained ist unspektakulär aber anständig und solide, und wenn man etwas mehr Härte in den Rhythmus bringt, ist von Sikaryus sicherlich noch einiges zu erwarten.

01. Intro
02. Unrestrained lords of the sea
03. The end of everything
04. Winter
05. Sin war
06. Void
07. Spheres of black

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