Scorched-Earth – Mars | 2010 | Conqueror Wyrm Records | CD | Death/Thrash Metal

Scorched-Earth aus dem äußersten Westen der USA existiert bereits seit 1995 und hat jüngst mit Mars das vierte Album veröffentlicht. Nachdem im Dezember des letzten Jahres zunächst nur eine Kassettenversion existierte, ist Mars inzwischen auch auf CD erhältlich. Wie dem auch sei, den geneigten Hörer erwartet mit Mars ein rund 54 minütiges Death-Thrash-Werk, welches ohne Scheuklappen daher kommt und auf dem auch traditionelle Einflüsse aus purem Metal zur Geltung kommen. Scorched-Earth hört sich überhaupt etwas altbacken an, was ich positiv verstanden wissen will. Spielerisch als auch klanglich hätte Mars auch locker vor zehn Jahren entstanden sein können, was wohl auch am Alter der Musiker und deren metallischen Sozialisation liegt. Demnach wirkt Mars also authentisch und überhaupt nicht aufgesetzt oder künstlich Retro im Sinne von „zurück zu den Wurzeln“.

Die Musik, die Scorched-Earth hier zum Besten gibt, ist riffbetont, laut und dreckig. Der minimal verzerrte Kreischgesang ist teilweise sehr heftig und hasserfüllt. Stellenweise erinnert er mich an das brutale Debütalbum von Dead Head. Das Tempo ist zumeist hoch, wobei dies im Falle von Mars jedoch alles andere als Eingängigkeit bedeutet. Auch wenn das Schlagwerk streckenweise etwas monoton seinen Rhythmus trommelt, ist das rhythmische Gefüge insgesamt vielfältig. Scorched-Earth hält fast immer etwas in Bewegung. Breaks und Wechsel stehen auf der Tagesordnung, ebenso die hohe Bereitschaft, hie und da außergewöhnliche Riffs oder auch mal ein Soli einzustreuen. Es macht auf Anhieb von Anfang an Spaß, sich Mars anzuhören. Denn es ist vor allem schnell gespielter, energischer sowie eindringlicher Metal, den man hier zu hören bekommt.

Mars ist eine sehr feine Scheibe, die bei mir sofort gezündet hat. Hier gibt es authentischen Death/Trash mit tollem Gitarrenspiel und einem ebenso großartigen, eindringlichen und aggressiven Gesang. Kaufen, reinlegen und die Anlage auf Anschlag stellen! Weshalb Scorched-Earth bisher relativ unbekannt ist, kann ich angesichts des tollen Albums Mars nicht nachvollziehen. Aber vielleicht ändert sich das ja mit dem vierten Album, verdient hätte man es in jedem Fall.

8,5/10
Aceust

01. Warlords of mars
02. The gods themselves
03. Devils in iron
04. No blade of grass
05. Hell on mars
06. Spearhead from space
07. The knights of the black cross vs. the reavers of the red death
08. Out of the violent planet
09. The dead of winter

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