Schmerz – Chronika | 2008 | Eisenwald | CD | Black Metal

Chronika ist die Debütveröffentlichung von Schmerz und enthält sechs sehr ruhige, stille und geradezu andächtige Stücke. Sehr passend zur dargebotenen Musik ist auch das Cover, welches dunkel, grau und nebelig gehalten ist. Chronika ist durchzogen von einer fließenden Gleichmäßigkeit der Unaufgeregtheit. Mit anderen Worten: Chronika ist Dunkelheit und Melancholie pur. Wer hysterische und vom Schmerz durchdrungene Schreie erwartet, sieht sich getäuscht. Es ist vielmehr ein stiller, innerer Schmerz der hier vorgetragen wird. Der verzerrte Gesang ist durchweg ruhig, was mir gut gefällt, da die langsamen und ruhigen Melodien dadurch besser zur Geltung kommen.

Das Spiel der grell gestimmten Gitarren ist natürlich ruhig, dabei im Klang manchmal recht klar oder aber auch verzerrt und unsauber. Es ist jedenfalls sehr passend und strahlt eine ernsthafte und aufrichtige Ruhe aus. Die Melodieführung ist einfach und übersichtlich gehalten, auf Spielereien oder Effekte verzichtet Schmerz gänzlich. Irgendwelche bizarren Hintergrundgeräusche oder groteske Stimmenfetzen fehlen ebenso, wie wütende oder schnelle Schübe. Durch die fehlenden Kontraste wird Chronika zu einem sehr atmosphärischen Werk, welches auf Dauer ziemlich eingängig und monoton wirkt. In dieser tristen, hoffnungslosen Monotonie schleicht sich mit der Zeit etwas Hypnotisches ein.

Chronika ist kein Album zum zwischendurch hören. Dies wird dem Werk nicht gerecht. Allerdings vermisse ich letztlich eine Form des Kontrastes. Chronika ist 33 Minuten lang und in dieser halben Stunde passiert recht wenig. Es ist ideal, wenn man selbst in so einer ruhigen und von Hoffnungslosigkeit geprägten Stimmung ist, ist man es aber nicht, wird es irgendwann etwas langweilig, da die Intensität und Kraft fehlt.

6/10
Aceust

01. Morgenröte – Innocentia
02. Lichterglanz – Contumelia
03. Nebeltraum – Absentia
04. Dämmerung – Dementia
05. Abendschein – Violentia
06. Nacht – Perspicientia

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