Schlaflos – s/t | 2010 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal

Dieses dritte Demo, welches keinen wirklichen Namen trägt, soll genau dort anknüpfen, wo das erste Demo endete. Mir gefiel das Demo damals sehr gut, ich mochte vor allem Wanderungen mit seinen verzerrten Gitarren. Auf der Split mit Avsked konnte mich Schlaflos dann nicht vollends für sich gewinnen, da ich auf eine Fortsetzung des Demos hoffte. Nun, mit der dritten Veröffentlichung, schließt sich der Kreis. Einerseits wird am ersten Demo angeknüpft, andererseits stellt s/t aber auch eine Mischung aus dem ersten Demo und der Split dar. Dass es sich hierbei erneut um instrumentale Klanglandschaften handelt, sollte wohl jedem klar sein, der Schlaflos kennt und verfolgt.

s/t ist mit einer Gesamtlänge von über 43 Minuten die mit Abstand längste Veröffentlichung bisher. Entsprechend der Länge des Materials entfalten sich auf s/t verschiedene Stimmungen, die durch die facettenreichen Arrangements und Spannungsverläufe erschaffen werden. Mit dem ersten Lied Früher… gibt Schlaflos ein überaus ruhiges und klares Lied zum Besten, in welchem sanft gespielte Klargitarren zu hören sind. Im mittleren Teil erfüllen Geräusche eines Baches den Raum ehe im dritten Abschnitt des Liedes tolle Gitarren, die etwas an Post-Rock erinnern, gemeinsam mit einem treibend und roh gespielten Schlagzeugs erklingen. Hier wird eine sehr interessante Atmosphäre kreiiert, da auf der einen Seite liebliche und verträumte Gitarrenklänge zu hören sind, auf der anderen Seite aber das rohe Schlagzeug der Sanftheit zuwiderläuft. Die Stimmenfetzen am Ende des Liedes tragen ihr übriges zur intensiven, verstörenden Stimmung bei. Mit diesem Eingangslied ist der Auftakt von s/t mehr als gelungen und es folgt mit Kommende Tage ein von Anfang an schwereres Lied, da die Klargitarre gegen eine düstere, verzerrte und bedrückende Gitarre ausgetauscht wurde. Kommende Tage entwickelt sofort eine bedrückende Atmosphäre. Gerade in der Anfangsphase ist das Lied überaus erdrückend, da es fast schon doomig daher kommt. Später wird diese Dunkelheit aber aufgeweicht und von sphärischen Klargitarrenklängen versüßt.

Ich muss jetzt gar nicht auf alle Lieder eingehen um zu verdeutlichen, wie gut und wie düster, beklemmend und obskur die Instrumentallieder von s/t sind. Schlaflos hat es mit diesen Liedern tatsächlich geschafft, mir eine Fortsetzung des ersten Demos zu liefern. s/t ist ein absoluter Pflichtkauf für all jene, die düstere, beklemmende und obskure Musik zu schätzen wissen. Zudem ist das Wechselspiel zwischen den klaren, verträumten und wunderschönen Melodien und den verzerrten und düsteren Parts überaus gelungen und delikat.

01. Früher…
02. Kommende Tage
03. Unaufhörlich
04. Selbsteinsichten
05. Blutverschmierte Haut
06. Unruhige Nächte
07. Ein anderes Gefühl von Freiheit

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