Permafrost – Porcus Christus | 2012 | Nebelklang

Zuletzt war es um PERMAFROST etwas ruhig, die letzte Studio-Veröffentlichung, die Split mit MENNESKERHAT und ANNIHILATION 666, liegt gute drei Jahre zurück und das letzte Album erschien 2008. Nun gibt es eine EP mit fünf neuen Liedern, wobei man die Ein- und Ausleitung eigentlich nicht mitzählen kann, sowie zwei Bonusstücke. Ich bin Gott ist der Kompilation Dawn Of The Antichrist entnommen und Suizid gab es bisher lediglich auf der ersten Kassettenversion von Pervers & Geisteskrank. Aber nicht nur diese Tatsache dürfte für Anhänger von PERMAFROST ein Kaufanreiz sein. Die Extremisten sind sich treu geblieben und geben auf Porcus Christus teuflischen, aggressiven und menschenverachtenden Black Metal zum Besten.

Das Titellied Porcus Christus ist im ersten und letzten Drittel zwar langsam und geschwängert durch ruhige, dunkle Riffs sowie dem eindringlichen Kreischgesang, doch in der Mitte machen PERMAFROST keine Gefangenen und spielen angenehm schnell und bestialisch auf. Das wesentlich kürzere All For Satan ist von Anfang an satanisches Gemetzel, in dem es aberwitzige Schnelligkeit und einfache, prägnante Riffs zu hören gibt. Lediglich eine sehr kurze Ruhephase im letzten Drittel, mit leicht thrashigem Einschlag à la NIFELHEIM, lockert das ansonsten überaus aggressive Lied ein wenig auf. Der Teufel, das letzte der drei neuen Stücke, beginnt sehr langsam und mit Keyboardbegleitung, was sehr überraschend ist, angesichts der zuvor versprühten Blutrünstigkeit und der bekannten Kompromisslosigkeit von PERMAFROST. Der Teufel ist jedenfalls ein langsames dunkles Lied, in dem die Keyboardklänge unheilvoll aber majestätisch im Hintergrund zu hören sind und der sehr ruhige aber energische sowie gut verständliche Kreischgesang, stark im Mittelpunkt steht. Der Teufel ist ein böses sowie überraschendes Lied, welches PERMAFROST aber gut zu Gesicht steht.

Nach dem Ausklang folgen dann die zwei Bonusstücke. Suizid, welches wohl nur den wenigsten bekannt sein dürfte, ist über 14 Minuten lang. Der Name ist hier Programm. Suizid ist ein langsames Lied mit gefühlvollem Riffing, welches Melancholie und Wehmut versprüht. Selbst der Gesang ist emotional aufgeladen und setzt verzweifelt anmutende oder auch klagende Akzente. In Ich bin Gott gehen PERMAFROST dann wieder derbe zur Sache und lassen ihrer kompromisslosen, aggressiven Neigung freien Lauf. Ich bin Gott ist schnell, die Raserei überaus minimalistisch, während die mittelschnellen Passagen hingegen durch gutes Riffing aufwarten. Im letzten Drittel gibt es gar düster gespielte Klargitarre zu hören, was dem Stück nicht nur Abwechslung sondern auch eine böse und dunkle Atmosphäre verleiht.

Porcus Christus ist eine rundum überzeugende Veröffentlichung, die wohl für jeden Anhänger PERMAFROSTS ein Pflichtkauf darstellt. Neben klassischem Gemetzel den man von der Gruppe kennt, gibt es auch unerwartetes und auch die Bonusstücke sind mehr als nur blanker Kaufanreiz. Wer sich Porcus Christus entgehen lässt, ist selber schuld. Hier gibt es erstklassigen, kompromisslosen und bestialischen Untergrund Black Metal aus Deutschland.

8/10
Aceust

01. Einleitung
02. Porcus christus
03. All for satan
04. Der Teufel
05. Ende
06. Suizid
07. Ich bin Gott

http://permafrost-horde.de/

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