Pensées Nocturnes – Grotesque | 2010 | Les Acteurs De L’Ombre Productions | CD | Black Metal

Nur ein Jahr nach dem Debütalbum Vacuum folgt mit Grotesque das zweite Album des französischen Einmannprojekts Pensées Nocturnes. Die Musik, die Alleinmusiker Vaerohn hier erschuf, ist ziemlich abgefahren und lässt sich mit der Schublade Avantgarde Black Metal vorzüglich beschreiben. Grotesque ist ein sehr vielschichtiges Album mit einem hohen Anteil an melodischen Elementen, die sich oft der klassischen Musik bedienen. Hierzu sind unter anderem Piano, Streichinstrumente aber auch klare, an eine Oper erinnernde Gesänge, zu zählen. Die Strukturen der Lieder sind wechselhaft und komplex, wurden aber stets gut und überzeugend an den Instrumenten umgesetzt. Sogar das programmierte Schlagzeug kann sich hören lassen und überzeugt, bis auf einige wenige Ausnahmen, gänzlich.

Die metallischen Anteile, sind, wiegesagt, abgefahren und irgendwo auch wahnsinnig. Zum Teil gibt es zwar auch harsch und rasend schnell gespielte Passagen, doch zumeist werden düstere, atmosphärische Arrangements bevorzugt. Die Musik lässt sich mit Worten allerdings auch nur schwer und unzulänglich beschreiben, da es einfach eine viel zu große Zahl an unterschiedlichen Elementen und Stimmungen gibt, welche von Pensées Nocturnes elegant und flüssig zu einer einzigen, obskuren und grotesken Reise verdichtet werden. Um Gefallen an dieser Musik finden zu können, muss man allerdings recht aufgeschlossen sein für avantgardistische Klänge. Anhänger des reinen Black Metals werden hiermit definitiv keine Freude haben. Mir hingegen gefällt das Album recht gut, obgleich ich mich zumeist mit Avantgarde Black Metal schwer tue. Doch im Falle von Grotesque überzeugt mich das Konzept. Es ist vor allem das Irre und Abgefahrene in der Musik, die seltsamen und überraschenden Arrangements und Klänge, die mir zusagen. Zum Beispiel ist irgendwo ganz plötzlich eine Kuckucksuhr zu hören. Gefällt bestimmt nicht jedem, hat aber etwas. Zudem gefällt mir die Beschaffenheit des Albums, da die einzelnen Lieder fließend ineinander übergehen. Die acht Stücke harmonieren sehr stimmig miteinander, sodass man nicht das Gefühl vermittelt bekommt, einzelne Kapitel zu hören, sondern ein einziges, langes Lied mit den unterschiedlichsten Facetten einer opulenten, zum Teil auch bombastisch inszenierten Obskuritätenschau.

Grotesque ist ein interessantes und eigenständiges Album für all jene, die es bizarr und eigenartig mögen, zumal die instrumentale Umsetzung für ein Einmannprojekt überaus gelungen ist.

8/10
Aceust

01. Vulgum pecus
02. Paria
03. Râhu
04. Eros
05. Monosis
06. Hel
07. Thokk
08. Suivant

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