Nocte Obducta – Nektar Teil 1: Zwölf Monde, eine Hand voll Träume | 2004 | Supreme Chaos Records | CD | Black Metal

Nektar – Teil 1 ist das mittlerweile sechste Album von Nocte Obducta. Wer die Rezension zu Galgendämmerung gelesen hat, wird wissen dass ich von der Band bisher nicht so viel hielt. Vielleicht lag dies auch an meiner Voreingenommenheit den Einflüssen der Avantgarde und neuen Ideen gegenüber. Wie dem auch sei, Nektar – Teil 1: Zwölf Monde, eine Hand voll Träume sagt mir mehr zu und überzeugt mich viel mehr als seinerzeit Galgendämmerung. Auf dem neuen Album finden sich, abzüglich der kurzen Einleitung, vier lange Stücke wieder, die den vier Jahreszeiten gewidmet sind. Das Material wurde in einem Zeitraum von sechs Jahren geschrieben, diese lange Dauer hört man dem Werk allerdings nicht an. Die Atmosphäre über die gesamte Spieldauer ist sehr homogen und die Stücke klingen wie aus einem Guss. Von sechsjähriger Schaffenszeit spürt man nichts. Das Material ist sehr abwechslungsreich ausgefallen, brutale schnelle Attacken begegnen einem genau so wie ruhige und sehr gefühlvoll inszenierte Instrumentalpassagen. Nocte Obducta kombinieren auf Nektar – Teil 1 mit geschickter und subtiler Art eingängige und aggressive Elemente des Black Metals mit progressiven Ideen. Insgesamt betrachtet, überwiegen die progressiven und melodischeren Anteile zwar klar, doch sind die schnellen und auch brachialen Strecken klug verteilt so dass eine intensive Stimmung mit lauten und leisen Tönen geschaffen wird. Besonders gelungen sind die sehr fließenden Übergänge von den härteren Parts zu den ruhigeren und umgekehrt.

Nektar – Teil 1: Zwölf Monde, eine Hand voll Träume ist ein durch und durch gelungenes Album mit großer Eigenständigkeit und dürfte wohl jedem aufgeschlossenem Hörer gefallen.

01. Einleitung: Zwölf Monde
02. Frühling: Des schwarzen Flieders Wiegenlied
03. Sommer: In einem Mittsommernachtsschatten / Nocte Obducta
04. Herbst: Lenkte einsam meinen Schritt
05. Winter: Dezembermond

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