Nihil Nocturne – Wahnsinn. Tod. Verrat. | 2006 | End All Life Productions | Vinyl | Black Metal

Drei Jahre nach Necrohell haben Nihil Nocturne nun ihr neues Album Wahnsinn. Tod. Verrat. veröffentlicht. Die Platte fängt mit dem ersten Stück Licht, verzehre mich! sehr gut an. Es ist ein langsames und sehr atmosphärisches Lied, in dem der Text schön verständlich und herrlich vorgetragen ist, und viele, gut inszenierte Keyboardklänge zu hören sind. Der Anfang von Conjuring the tyrant of hell ist schnell und energisch, ebenfalls mit atmosphärischen Klängen des Keyboards unterlegt. Doch alsbald wird die Geschwindigkeit komplett raus genommen und stattdessen sind bizarre und verzerrte Riffs zu hören. Hernach geht es kurze Zeit nochmals schnell und eingängig weiter bevor Nihil Nocturne den Rest des Liedes mit diesen bizarr und seltsam wirkenden Riffs und ebenso eigenartig schleppenden Rhythmen begehen. Es wirkt ein wenig verspielt, durcheinander und kraftlos.

Mit dem ebenfalls schleppend strukturierten Psychophant relic ist dies aber glücklicherweise wieder anders. Sowohl die Riffs wie auch das Schlagzeug wurden eingängiger strukturiert und zuweilen geben Nihil Nocturne hier einige düstere Riffs und Melodien zum Besten, die man ansonsten wohl dem Doom Metal zuschreiben würde. Mit Gnosis und Nacht folgt ein kurzes Stück, dessen eingängig antreibende Struktur nur vom gut inszenierten und atmosphärischen Refrain unterbrochen wird. Dysangelist fir enthält ähnlich durchwachsene Anteile wie Conjuring the tyrant. Vor allem die sehr langsamen und ruhigen Passagen mit den seltsamen, ein wenig schräg klingenden, Gitarrenmelodien empfinde ich anstrengend und sie berauben der Musik die zuvor aufgebaute Atmosphäre. Die beiden letzten und zugleich längsten Stücke gleichen dieses Schwächeln wieder aus. Sie sind von ruhiger und zum Teil sehr harmonischer Beschaffenheit, mit schönen und dunklen Melodien und einem zum Teil sehr ergreifendem Gesang.

Wahnsinn. Tod. Verrat. ist ein Album mit Höhen und Tiefen. Licht, verzehre mich! und Ch.a.oe – Kathedralimpuls sind zwei großartige Lieder denen aber auch zwei etwas misslungene Stücke gegenüber stehen. Der Rest des Albums ist sehr ordentlich, aber eben nicht so gelungen wie die zwei wirklich guten Stücke. Die Gestaltung des Klappcovers der LP und des dazugehörigen 32-seitigen Booklets lässt allerdings keine Wünsche offen und ist sehr beeindruckend.

01. Licht, verzehre mich!
02. Conjuring the tyrant of hell
03. Psychophant relic
04. Gnosis und Nacht
05. Demon of the treshold
06. Dysangelist fir
07. Succumb, host! (The glory of death, bound to his sigil and sword
08. Ch.a.oe – Kathedralimpuls

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