Mirthless – A Dirge For Your Suicide | 2013 | Dunkelheit Produktionen | CD | Death/Doom Metal

Die peruanische Gruppe MIRTHLESS existiert seit 2003 und hat zwei Demos sowie eine EP aufgenommen ehe vor wenigen Tagen das Debütalbum A Dirge For Your Suicide erschien. Hinter MIRTHLESS steht ein Trio, welches sich gänzlich der Trauer, Verzweiflung und Dunkelheit hingibt. Der Niederschlag dieser Emotionen auf die dargebotene Musik ist sehr präsent und morbide. MIRTHLESS spielen auf dem Debütalbum wahrlich düsteren Death/Doom, der stark an alte Zeiten erinnert und eine gehörige Portion Obskures beinhaltet.

A Dirge For Your Suicide richtet sich ganz eindeutig an eine spezielle Hörerschaft, nämlich an jene, die dreckigen und rohen Death/Doom Metal schätzen und auch bizarre sowie obskure Elemente mögen. Die Musik die das peruanische Trio regelrecht zelebriert, ist nämlich alles andere als geeignet für den Massenkonsum. Mit dem Eröffnungsstück Chapter I: Pantheon Of Disgrace beginnen MIRTHLESS noch recht tradiert, so erinnert das Eingangsriff stark an die alten Scheiben von PARADISE LOST. Der Rhythmus ist schleppend aber stampfend und die Stimme ertönt sehr dunkel, erdig und kehlig. Und obwohl der Klang sauber ist, wirkt er dennoch etwas gedämpft und rau, was mir gut gefällt und was zudem gut zur düsteren, schweren Musik passt. Chapter I: Pantheon Of Disgrace ist ein guter Einstieg ins Album, da er sich als das zugänglichste Stück erweist, obgleich der kurze grimmige Tempopart im Mittelteil sehr roh und knarzig wirkt. In den zwei nachfolgenden Kapiteln II und III sind phasenweise typische südamerikanische Gitarrenmelodien zu hören, die mich stark an Gruppen wie PROFANE CREATION und MURDER RAPE erinnern. Beides brasilianische Gruppen, deren Zeit schon länger vorbei ist und zurück liegt und die ich beide sehr schätze. Besonders deutlich wird dieser Bezug im Bonusstück, der Rehearsal-Version von Prelude To Doomsday – welche ich großartig finde und die mir gar besser als die Studio-Version gefällt. Ich habe einfach eine Schwäche für solchen organischen Rehearsal-Klang, und bei MIRTHLESS kommt er sehr gut rüber.

MIRTHLESS verweisen mit und in ihrer Musik vielfältig auf frühere Gruppen und Strömungen und bleiben dabei dennoch eigenständig und morbide. Neben dem tiefen und gurgelndem Gesang ist auch öfters eine unverzerrte, eher klagende oder wimmernde Stimme zu hören, welche aber nicht plakativ zum Einsatz kommt und stattdessen trocken und nüchtern desolate Emotionen zum Ausdruck bringt.

A Dirge For Your Suicide ist für mich ein verdammt gutes Album, da es MIRTHLESS ausgesprochen gut gelungen ist, englischen Doom Metal mit südamerikanischer okkulter Atmosphäre zu kombinieren. Das Album ist zwar durch die Bank weg schwer und drückend, dennoch gibt es atmosphärische Abstufungen und Schattierungen, da MIRTHLESS mit sehr unterschiedlichen Stilmitteln, Stimmen, Melodien und Rhythmen arbeiten. Ab und zu werden die Peruaner auch sehr grimmig und bösartig, was die düstere Grundatmosphäre aufbricht und bereichert. Für Genreliebhaber ist A Dirge For Your Suicide ein absoluter Pflichtkauf, zumal auch die Gestaltung des Digipaks sehr ansprechend ist. Die geplante Vinylversion wird dem sicherlich in nichts nachstehen.

01. Chapter I: Pantheon of disgraces
02. Chapter II: Prelude to doomsday
03. Chapter III: A dirge for your suicide
04. Chapter IV: Paz
05. Chapter V: Prelude to doomsday (Rehearsal 2011)

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