Malsangre – Lux Deerit Soli | 2012 | I, Voidhanger Records | CD | Sludge / Funeral Doom

Malasangre aus Italien wurden 2000 gegründet und veröffentlichen im Februar ihr drittes Album Lux Deerit Soli. Es ist ein Konzeptalbum, welches trotz der überaus geringen Liedanzahl auf sage und schreibe 72 Minuten Spielzeit kommt. Die beiden Stücke Sa Ta und Na Ma behandeln in extrem doomiger Zähheit das Kali-Yuga.

Aber nicht nur die Länge der beiden Lieder ist extrem, auch die Spielweise ist es. Sa Ta ist in der ersten Hälfte extrem monotoner Sludge/Doom mit keifendem Gesang, der extrem verzerrt ist und mich etwas an Murder Rape mit einer Nuance Khanate erinnert. Obwohl Malasangre extrem langsam spielen und sich alles etwas zieht, ist es weder Drone noch Funeral Doom – auch wenn der schwarzmetallisch eingefärbte Gesang durchaus in diese Richtung geht. Sa Ta besteht zu großen Teilen aus langsamen, schweren Gitarrenriffs und dem teils lebendigen Kreischgesang. Zwischendurch gibt es kurze atmosphärische Parts in denen Ambientklänge und unverzerrte Gitarren zu hören sind.

Na Ma ist von Anfang an düsterer, da Malasangre hier vermehrt auf ruhige Passagen setzen, in denen klare Gitarren und flüsternde Stimmen zu hören sind, die manchmal sogar nach Wind klingen. Diese flüsternde Stimme geht irgendwann in eine sehr ruhig und trocken sowie kehlig sprechende Stimme über, welche wiederrum irgendwann in die extrem verzerrte Stimme übergeht, während dann allmählich Schlagwerk und Gitarre hinzukommen. Malasangre bauen hier also einen Spannungsbogen auf, der leise und extrem ruhig beginnt, sich zunehmend steigert und lauter wird. Dieser Spannungsaufbau dauert ungefähr zehn Minuten und endet recht unspektakulär in einer minimalistischen Ambientpassage. Auf diese folgt dann zäher Sludge/Doom mit langsamen, zentnerschweren Gitarrenriffs.

Obgleich ich obskure und düstere Doom-Klangwelten mag und zu schätzen weiß, ist es für mich nicht einfach, Zugang zu Lux Deerit Soli zu bekommen. Die Musik die Malasangre hier machen, ist in der Tat extremer Sludge/Doom, der überaus zähflüssig ist. Die Riffs wabern langsam und schwingend durch den Raum, sodass sich manchmal die Strukturen komplett auflösen zu scheinen. Ich denke, man muss in jedem Fall eine Vorliebe für diese Spielart des Sludges mitbringen, um Freude an der Scheibe zu haben. Schlecht ist sie nicht, man muss nur viel Zeit und Leidenschaft aufbringen. Obwohl gar nicht so viel passiert, ist das Album dennoch recht düster ausgefallen. Einige Leute von Malasangre waren auch in Caput LVlllm tätig, die sich für nur ein einziges Lied zusammenfanden. Dort wurde eine verstörende Mischung aus Ambient, Drone und Funeral Doom gespielt, was irgendwie zu Lux Deerit Soli passt, auch wenn das Album nicht so extrem und verstörend ist wie Caput LVlllm. Wer extremen Sludge/Doom interessant findet, kann das Album gern probieren – da es in jedem Fall düster, schwer und in gewisser Weise sogar dunkelatmosphärisch ist und womöglich zur Meditation taugt.

7/10
Aceust

01. Sa Ta
02. Na Ma

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