Macabre Omen – Gods Of War – At War

Macabre Omen - Gods Of War - At War

Macabre Omen – Gods Of War – At War
2015 | Black Pagan Metal
CD / Vinyl / Digital | Ván Records

Als vor zehn Jahren das großartige Debütalbum „The Ancient Returns“ erschien, rechnete niemand ernsthaft damit. Zu lange war das letzte Lebenszeichen her und auch diesmal ließ sich der nach London emigrierte Grieche Alexandros mächtig Zeit, um das zweite Album „Gods Of War – At War“ auf die Menschheit loszulassen.

Das Warten hat sich definitiv gelohnt. „Gods Of War – At War“ ist eine konsequente Fortsetzung des Bisherigen. All das, was das Debütalbum und die Split-EPs so großartig machte, ist auch auf dem aktuellen Werk vertreten. Stellenweise sind die neuen Lieder den Stücken des Debüts verdammt ähnlich, so manch eine Melodie gab’s auch auf dem Vorgänger. Dies erhöht den Wiedererkennungswert MACABRE OMENS erheblich und erleichtert den Einstieg ins neue Album.

„Gods Of War – At War“ ist melodischer Pagan Black Metal mit hohem epischem Faktor. Wie immer bei MACABRE OMEN stehen vor allem die mannigfaltigen Riffs und opulenten Gitarrenmelodien im Mittelpunkt. Alexandros hat einen sehr eigenen und prägnanten Stil die Saiten zu spielen. Dies war bei MACABRE OMEN schon immer so und auch bei THE ONE sorgte er für einzigartige und unverkennbare harmonische Momente.

Die superben Split-EPs waren damals natürlich noch wesentlich rauer als das was nun auf dem neuen Album zu hören ist. Doch eine Vorliebe für epische Harmonien und Dramaturgien hatte der Grieche schon damals. Während auf „The Ancient Returns“ ob aller dezidierten Melodik der Black Metal klar im Vordergrund stand, so wurde es mit den beiden BATHORY-Tribut-EPs 2006 und 2007 offen melodischer und epischer. Dieser Weg führt uns nun zu „Gods Of War – At War“, wo es viele Choräle und Klargesänge,  aber auch akustische Gitarre, klassische Gitarre, Maultrommel und viele verschiedene Pauken und Trommeln zu hören gibt. Die Strukturen sind mit der Zeit gewachsen und komplexer geworden. Großartige Riffs treffen auf  paganesken und epischen Bombast und trotz dieser Polymorphie ist es MACABRE OMEN gelungen, das Album überhaupt nicht kompliziert oder überladen wirken zu lassen. Dafür sind seine Melodien einfach viel zu großartig. Ich persönlich finde die zahlreichen Klargesangs- und Chorpassagen nicht unbedingt prickelnd, doch dann kommt Alexadros‘ fantastisches Gitarrenspiel und alles ist vergessen.

„Gods Of War – At War“ ist etwas melodischer und epischer sowie paganesker aber zugleich auch komplexer und vielfältiger als „The Ancient Returns“ geworden. Schnelle und harsche Ausbrüche gibt es auch hier, allerdings etwas seltener als früher. Dennoch ist das neue Album zu 100%  MACABRE OMEN. Der Stil des Griechen ist unverkennbar und jeder der MACABRE OMEN früher mochte, der kommt nicht umhin sich „Gods Of War – At War“ zuzulegen, zumal das Digipak der CD-Version einen überaus edlen und hochwertigen – optisch wie haptisch – Eindruck macht. Die Vinyl-Version dürfte dem in nichts nach stehen. Aber auch wer es sträflicherweise versäumt haben sollte MACABRE OMEN bisher Gehör zu schenken, dem sei „Gods Of War – At War“ wärmstens ans Herz gelegt. Auch wer nicht unbedingt Pagan Black Metal mit epischer Dramatik zu seinen musikalischen Präferenzen zählt, sollte MACABRE OMEN und „Gods Of War – At War“ unbedingt probieren. Es gibt keine andere Band die so oder ähnlich klingt und wie bereits geschrieben, das Album ist überhaupt nicht überfrachtet oder zu melodisch und auch mit Lagerfeuerromantik oder  Schunkelatmosphäre hat das alles nichts zu tun. Vielmehr ist es ein kriegerisches Epos, welches eine fabelhafte melodische Dramatik und Dynamik besitzt, die Ihresgleichen sucht. Besser kann man hellenischen Black Metal eigentlich kaum machen.

1. I See, The Sea!
2. Gods Of War – At War
3. Man Of 300 Voices
4. Hellenes Do Not Fight Like Heroes, Heroes Fight Like Hellenes
5. From Son To Father
6. Rhodian Pride, Lindian Might
7. Alexandros – Ode A‘
8. Alexandros – Ode B‘

https://www.facebook.com/macabreomen.rhodes
https://macabreomen.bandcamp.com/
http://www.van-records.de/

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