Lycanthropy’s Spell – Glorification Of The Night | 2005 | Irdenwerk Productions | Kassette | Black Metal

Glorification of the night ist das dritte Album und zugleich die letzte Veröffentlichung von Lycanthropy’s Spell, da Sarmak im September das Zeitliche gesegnet hat. Glorification of the night geht in die Richtung des vorherigen großartigen Albums Misanthropic visions, ist insgesamt jedoch melancholischer und besitzt weniger aggressive Anteile als sein Vorgänger.

So beginnt auch mit dem Titellied Glorification of the night ein langes, langsames Stück voller düsterer und sich wiederholender Melodien, die nach und nach durch andere ersetzt werden. Wie schon auf den Werken zuvor, schaffen es Lycanthropy’s Spell spielend trotz der Länge und Einfachheit eine magische und ergreifende Atmosphäre zu erzeugen, die die Lieder niemals langweilig oder einfältig erscheinen lässt. Es stimmt nachdenklich und traurig, zuzuhören wie bei Glorification of the night sich mit der Zeit die Riffs und Melodien verändern, wobei die Rhythmik stets gleich bleibt. Hierauf folgt dann Chaos unleashed, ein kürzeres, schnelleres und grimmiges Lied mit eingängigem und stampfendem Takt. Desolate ist wieder ruhiger und langsamer, jedoch bestimmt von einer vordergründigen und abwechslungsreich gespielten Gitarre, die zuweilen eine erdrückende Schwere produziert. Bei solchen Strecken und Passagen ist es immer wieder erstaunlich und bewundernswert, mit welcher Ruhe und Gelassenheit Lycanthropy’s Spell agieren, getreu dem Motto „weniger ist mehr“. Sie haben sich nie dazu verleiten lassen, komplexe oder facettenreiche Strukturen einzuflechten um der Einfachheit und melancholischen Leere etwas entgegen zu setzen, die von manch einem sicherlich als plump oder langweilig empfunden wird. Dies ist etwas, was bei Lycanthropy’s Spell sehr zu schätzen gilt und was sie hier auf dem dritten Album wieder grandios umgesetzt haben. Zum Ende hin gibt es mit Requiem noch mal ein sehr langes Lied, in dem sich schleppende und schnellere Passagen ein Wechselspiel geben, und die Gitarren unaufhörlich ihre düsteren und traurigen Melodien von sich geben.

Obwohl Glorification of the night Gesang hat, wirkt es wie ein instrumentales Werk, da der Gesang in der Relation zur Länge der Lieder selten vorkommt. Gerade dieser Umstand der Instrumentalität sorgt für diese dunkle und beklemmende Atmosphäre, die Lycanthropy’s Spell mit jedem Takt, jeder Melodie aufrecht erhalten und unterstreichen. Es war ja schon vorher klar, dass es sich um eine Ausnahmeband handelt, die ihre sehr eigene Stilistik hat, dies wird mit Glorification of the night noch mal deutlich.

Jeder, der sich von schwermütigem Black Metal berührt fühlt, sollte Lycanthropy’s Spell die letzte Ehre erweisen und sich dieses Werk zulegen. Erschienen ist das Album auf Kassette in einer Auflage von 300 Kopien, wobei die ersten 100 Stück eine rote und bedruckte Kassette haben, die restlichen 200 komplett schwarz sind.

01. Glorification of the night
02. Chaos unleashed
03. Desolate
04. Tale of the witch
05. Requiem
06. Midnight symphony

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