Lathspell – Impious Incantations | 2014 | Misanthropic Art Productions | CD | Black Metal

Fünf Jahre sind seit LATHSPELLS letztem Album „Reborn In Retaliation“ vergangen. In dieser Zeit widmete sich Bassist und Sänger Grim666 seinen anderen Projekten OATH, KALMANKANTAJA, HAUTAKAMMIO und SEAL OF BELETH. Nun steht mit LATHSPELL das vierte Album an. Für mich waren LATHSPELL immer eine sträflich vernachlässigte und viel zu wenig beachtete Gruppe. Diesen faktischen Status eines Geheimtipps des finnischen Black Metals untermauern LATHSPELL mit „Impious Incantations“ erneut.

Mit „Impious Incantations“ knüpfen LATHSPELL direkt am Vorgänger an und setzen ihren eingeschlagenen Weg, kalten und nordischen Black Metal zu spielen, konsequent fort. Die sechs neuen Stücke verbinden grimmige und bedingungslose Schnelligkeit mit dezenter, kalter und bisweilen auch melancholischer Melodik. So beginnt das erste Lied „Bring Forth Thy Kingdom“ mit einem schnellen Rhythmus. Während das Schlagzeug gleichmäßig dahin rast, ist eine ruhig gespielte, semi-akustische Gitarre zu hören. Das ist ein schöner und kitschfreier Einstieg, der Grimmigkeit und Härte mit einer leichten, dunkelatmosphärischen Komponente verbindet. Diese geschickte Vermischung ist eine große Stärke des Albums. Es gelingt LATHSPELL immer wieder, rigorose Härte mit wunderbaren aber unauffälligen, düsteren Gitarrenmelodien zu verbinden. So entsteht eine dichte und konstante Atmosphäre, die das Album richtig gut macht.

LATHSPELL drücken das Gaspedal zwar häufig bis zum Anschlag durch, doch gibt es neben der melodischen Vielfalt auch ein variables rhythmisches Spiel. Immer wieder wird das Tempo auch mal rausgenommen, es gibt kalte und schleppende Parts sowie grimmige mittelschnelle Strecken. „Kadotus“ etwa ist ein langsames, teils sehr schleppendes aber dennoch sehr eindringliches und kraftvolles Lied. In solchen Momenten flackert dann eine eisige und melancholische Atmosphäre auf, die sehr gut mit der nordischen Grimmigkeit harmoniert.

Mir gefiel schon der Vorgänger sehr gut, doch LATHSPELL konnten noch eine Schippe drauflegen. „Impious Incantations“ ist ein absolut stimmiges und in jeder Hinsicht überzeugendes Album. Der Klang ist druckvoll und klar wenn er es sein muss, aber ebenso auch rau und kalt und nicht überproduziert. Zudem ist das vielfältige Instrumentenspiel überaus hörenswert. Ich kann nur postulieren: Leute, kauft euch die Scheibe! LATHSPELL haben es verdient gehört zu werden.

1. Bring Forth Thy Kingdom
2. Sacrifice
3. Kadotus
4. I Am The Way
5. Kylmä Nyrkki
6. The Fallen

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