Isolation – Closing A Circle | 2011 | Eisenwald | CD | Post-Rock / Black Metal

Rund drei Jahre war es still um Isolation. Bleak…, die Split mit Austere, war das letzte Lebenszeichen und nun gibt es ein frisches Debütalbum mit einem neuen Bassisten im Gepäck. Der Name Closing A Circle dürfte wohl Programm sein, denn Sänger und Gitarrist Johannes Schmid bewertet das Album als das Ende einer Ära. Stilistisch bestreitet Isolation mit dem Debütalbum jedenfalls neue Wege, denn mit dem Depressive/Doom Metal früherer Veröffentlichungen hat Closing A Circle nicht mehr viel gemeinsam. Atmosphärisch und hochgradig gefühlvoll ist zwar auch das neue Material, aber auf eine gänzlich andere Art und Weise. Die drei Lieder von Bleak dürften wohl einen kleinen Vorgeschmack geliefert haben, denn nun gibt es ausschließlich Klargesang zu hören und musikalisch lässt sich das Album als Melancholic Rock / Metal verloten. Der metallische Anteil ist jedoch sehr gering und offenbart sich nur partiell und kurzweilig.

Melodisches Gitarrenspiel, gern klar und flackernd, ein wenig an Post-Rock erinnernd, und ruhige, langsame Strukturen kennzeichnen die zehn Lieder. Die Musik wirkt stets melancholisch, teilweise sehr verträumt, manchmal auch etwas abgefahren, aber schlussendlich ohne die gewaltigen Emotionen früherer Veröffentlichungen. Ich habe Isolation für die großartigen und gefühlvollen Riffs und Strukturen geliebt, Isolation galt und gilt für mich in dem Bereich als beste deutsche Gruppe. Closing A Circle ist nun etwas ganz anderes, was sicherlich neue Hörer beschaffen, aber alte Hörer auch zur Abkehr bewegen wird. Die Musik ist gar nicht mal schlecht, schöne und gute Riffs gibt es auch hier, nur sagt mir der Stil einfach grundsätzlich nicht zu, zumal ich dem Klargesang gar nichts abgewinnen kann.

Man sollte Closing A Circle nicht unbedingt blind kaufen, mir als großen Anhänger Isolations stößt das Album jedenfalls bitter auf, da es etwas absolut Neues ist. Leute, die depressiven, melancholischen Rock und Gruppen wie Joyless oder Konsorten mögen, können aber gern reinhören. Ich bedauere jedenfalls das Ende der Ära und wünsche Isolation auf den neuen Wegen alles Gute, folgen kann ich aber nicht mehr.

01. Something and nothing
02. Closing a circle
03. Never enough
04. This moment
05. Nomad
06. One day
07. Fan the flames
08. There will be no answer
09. The wasteland
10. May you fare well

http://www.churchofisolation.net/

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