I Shalt Become – Requiem

I Shalt Become - Requiem

I Shalt Become - RequiemDas Gründungsjahr von I SHALT BECOME ist, welches lange Zeit von S. Holliman als Soloprojekt geführt wurde, das Jahr 1995. Damit gehört I SHALT BECOME wohl zu den dienstältesten Vertretern des USBM. Der Kölner Vinylspezialist None Shall Defy  Records nahm sich 2012 der Wiederveröffentlichung des zweiten dritten Albums an, das 2008 über Moribund Records und Darker Than Black auf CD erschien. Gegenüber der Erstausgabe enthält das limitierte Vinyl ein leicht verändertes Artwork sowie das Cover „Eternal Winter“ als Bonus. Obwohl es I SHALT BECOME schon so lange gibt und die inzwischen zu einem Duo gewachsene Band auch weiterhin aktiv ist, war mir das musikalische Schaffen bisher nicht geläufig. Ich hatte also keine rechte Vorstellung was mich erwarten würde, war jedoch froher Dinge, schließlich gibt und gab es einige hervorragende USBM-Gruppen zu jener Zeit.

In gewisser Weise ist der Name „Requiem“ Programm. Das Album lässt sich als atmosphärischer Black Metal klassifizieren, der eine rohe sowie minimalistische Klangsprache spricht. Angereichert wurde diese raue Architektur mit Stilmitteln von Ambient und Depressive Black Metal. Mir kam als erster Vergleich XASTHUR in den Sinn, vor allem des grell-rauen und langsamen Riffings wegen. Diese ruhig gespielten Melodien wirken oftmals düster, morbide und negierend – was sich mit XASTHUR vergleichen lässt. Aber hier hören die Ähnlichkeiten bereits auf, zumal diese verzerrten Gitarrenwände nicht permanent zu hören sind. Anders als Malefic setzt Holliman auf einen auffallend unauffälligen, irgendwie knurrenden und grummelnden Gesang. Sofern man dieses unverständliche Gemurmel überhaupt Gesang nennen möchte, so ist diese stimmliche Intervention jedoch ein prächtiges Mittel um die Schwärze und Herzlosigkeit, um jegliches Fehlen von Mitgefühl grandios auszudrücken.

„Requiem“ ist kein leicht zugängliches Album. Die Harmonien sind immer wieder durchzogen von bizarren Melodien und unharmonischen Fragmenten, die sich aus Gitarre und dezentem Ambient unheilvoll zusammensetzen. Gewiss, „Requiem“ mag offenkundig atmosphärisch und depressiv beseelt sein, jedoch ist es auch überaus düster, morbide und absolut kitschfrei. Es ist aber auch ein ruhiges, da stets langsames Album, auf dem es kaum Spannungen und Kontraste gibt. Holliman konzentrierte sich gänzlich auf schwere und bedrückende Stimmungen, die hervorragend zu einer Totenmesse passen würden. Insofern ist der Name des Albums, wie bereits angemerkt, vortrefflich gewählt!

Wer sich für den USBM interessiert oder wer einfach gern bizarren und obskuren Black Metal mit rauer Erdung hört, der sollte sich mit „Requiem“ näher beschäftigen.

I Shalt Become – Requiem
2012 | None Shall Defy Records
Vinyl | Black Metal

A1 Intro
A2 An Atteridgeville Horror
A3 Cleansed
A4 Enigma
A5 The Corpse In The Forest
A6 Seven Days To Dead (Instrumental)
B1 The Casket Letters
B2 Beggars Belief
B3 Want
B4 Outro
B5 Eternal Winter

http://www.noneshalldefy.de/
https://noneshalldefyrecords.bandcamp.com/

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