Heresiarch Seminary – Dark Ages Of Witchery | 2012 | Infernal Kommando Records

Dark Ages Of Witchery ist das erstmals 2010 auf CDR erschienene Debütalbum des russischen Duos HERESIARCH SEMINARY. 2011 gab es eine Wiederveröffentlichung auf CD und nun gibt es das Album auch auf Kassette mit vier Bonusstücken.

HERESIARCH SEMINARY spielen geradlinigen und schnörkellosen Black Metal, bestehend aus den Saiteninstrumenten, Schlagwerk und Gesang. Mehr gibt es nicht, selbst auf stimmungsvolle Ein- und Ausklänge wurde verzichtet. Stattdessen dominieren antreibende Rhythmen und ein giftiger, stark verzerrter Kreischgesang das Geschehen. Der Gesang erinnert mich manchmal an Gruppen wie MORTIFERA, jedoch ohne deren depressive oder hysterische Attitüde. HERESIARCH SEMINARY spielen gerne schnell und geradlinig. Das hohe Tempo wird mit dezenten melodischen Riffs kombiniert, so dass die Atmosphäre, die das Duo erzeugt, oftmals kalt und unheilvoll ist. Mich kann Dark Ages Of Witchery jedenfalls auf Anhieb überzeugen, da sich das Album absolut wie unverfälschter und authentischer Black Metal ohne Firlefanz anhört. Manchmal erinnert mich die Verbindung von rohem Black Metal, Gesang und dezenter Melodik an Gruppen wie SATANIC WARMASTER.

Dark Ages Of Witchery ist ein gutes Album, das nicht nur musikalisch ansprechend ist sondern auch vom Klang her überzeugt. Der Klang ist natürlich roh aber dennoch differenziert, die grellen Riffs der Gitarre kommen schön zur Geltung, das Schlagwerk ertönt ebenfalls gut und der Gesang wurde richtig, also nicht zu laut oder leise, abgemischt. Dark Ages Of Witchery hätte so auch vor zehn Jahren erscheinen können, was mir das Album zusätzlich sympathisch macht.

Das Bonusmaterial ist klanglich und spielerisch wesentlich harscher und räudiger als das Albummaterial. Dies gilt auch für das von JUDAS ISCARIOT nachgespielte From Hateful Visions, das klanglich um ein vielfaches roher und dünner als das Original ist. Man erkennt das Original nur an den speziellen melodischen Riffs im Refrain, ansonsten kommt von der ursprünglichen, düsteren Atmosphäre des Originals nur wenig an. Das Bonusmaterial scheint aus der Anfangszeit von HERESIARCH SEMINARY zu bestehen.

HERESIARCH SEMINARY haben mit Dark Ages Of Witchery jedenfalls ein sehr gelungenes Debütalbum abgeliefert. Das Album enthält gute, stets dezente Melodien, geradlinige aber abwechslungsreiche Strukturen. HERESIARCH SEMINARY verstehen es Andeutungen von Schwermut und Melodik mit Härte und Hass zu vermischen. In jedem Fall verdient das Album mehr Aufmerksamkeit, weshalb die Neuauflage auf Kassette richtig ist. Allerdings gibt es nur 150 Kopien, weshalb man nicht allzu lange warten sollte.

01. Dark ages of witchery
02. Hyperborean nostalgia
03. Obscure wallachian woods
04. Funeral march of rats
05. Hordes of the winter wolves
06. At the walpurgis night
07. Darkened abyss of eternal solitude torment
08. Dark ages of witchery (Rehearsal)
09. Hyperborean nostalgia (Rehearsal)
10. Hell’s maw chamber
11. From hateful visions (Judas Iscariot Cover)

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