Heimdalls Wacht: Ut de graute olle Tied (Deel II) – Land der Nebel

Heimdalls Wacht - Ut de graute olle Tied (Deel II) - Land der Nebel

Heimdalls Wacht - Ut de graute olle Tied (Deel II) - Land der NebelDa sind sie wieder, die Westfalen. HEIMDALLS WACHT werden sich am 9. Oktober mit dem neuen Album „Ut de graute olle Tied (Deel II) – Land der Nebel“ zurück melden. Es ist das sechste Album und die Fortsetzung des 2008 erschienen ersten Teils. Wer das Schaffen von HEIMDALLS WACHT bisher verfolgte und die komplexe Arbeit der Westfalen schätzt, der darf sich auf das neue Album freuen, auch wenn manches anders als beim unmittelbaren Vorgänger ist.

HEIMDALLS WACHT machen nämlich genau das, was sie bisher schon mehrfach bewiesen. Sie zelebrieren abwechslungsreichen Pagan Black Metal. Hässlich- und Heftigkeit gehen mit Klargesängen und zarten Melodien einher. Die Lieder sind lang und facettenreich. Mal dominiert ruppiger Black Metal, der gelegentlich in die norwegische Richtung blickt, mal steht dezidierter Pagan Metal im Mittelpunkt.

Nun kenne ich den ersten Teil von „Ut de graute olle Tied“ nicht, doch im Vergleich zum fünften Album „Ekte Westfäölske Svatte Metal“ empfinde ich den Anteil an paganesken Elementen, Klargesängen und folkigen Melodien als ungleich höher, um nicht zu sagen als viel zu hoch. Als Fazit zu „Ekte Westfäölske Svatte Metal“ schrieb ich seinerzeit folgendes: „…ist ein wunderbares Black Pagan Album ohne Lagerfeuerromantik oder Schunkelgedöns.“ Dies kann ich diesmal leider nicht wiederholen. HEIMDALLS WACHT greifen immer wieder auf Klargesang zurück, der, wie in dem Lied „Auf roter Erde erblüht…“, an den Instrumenten entsprechend ruhig und tragend begleitet wird.

Da lobe ich mir doch eher Lieder wie „Die fallenden Blätter der Irminsul“ oder „Schwarzmondritual“. In Liedern wie diesen gehen HEIMDALLS WACHT ihrer Leidenschaft für den Pagan Metal zwar auch nach, verbinden diese jedoch mit kraftvollem und forderndem Black Metal. Mich erinnert „Die fallenden Blätter der Irminsul“ jedenfalls immer wieder an „Witchcraft“ von OBTAINED ENSLAVEMENT, was nicht unbedingt typisch für das Schaffen der Westfalen ist, deren Treiben aber eine interessante Note verleiht.

Heimdalls Wacht (Band)„Ut de graute olle Tied (Deel II) – Land der Nebel“ ist definitiv eine sehr vielschichtige und komplexe Scheibe. In Teilen gefällt sie mir auch sehr gut, aber leider gibt es auch viele Parts deren verspielte Melodik mir missfällt. Außerdem sagen mir die zahlreichen Klargesänge nicht zu. Mir ist das alles zu viel, ich empfinde es als drüber und übertrieben. Das neue Album ist oftmals mehr Pagan als Black, was mir große Schwierigkeiten bereitet. Auch wenn die Westfalen nicht meinen Geschmack treffen, so komme ich nicht umhin die gut arrangierte Vielfältigkeit zu loben.

HEIMDALLS WACHT können mich nicht vollständig überzeugen. Der Vorgänger „Ekte Westfäölske Svatte Metal“ sagt mir wesentlich mehr zu, einfach weil er in seiner Gesamtheit härter und dreckiger ist. Doch Anhänger von paganen Klängen und Klargesängen mit partiellem schwarzmetallischem Anstrich dürfen sich definitiv auf das Album freuen.

Heimdalls Wacht – Ut de graute olle Tied (Deel II) – Land der Nebel
2015 | Black Skull Records
CD | Black Pagan Metal

1. Indiculus paganarium
2. Die fallenden Blätter der Irminsul
3. Conspiratio Barbarica
4. Auf roter Erde erblüht… (Ursprung Teil I)
5. Schwarzmondritual
6. (Leben) Im Zeichen der Todesrune
7. Seelenstaub
8. Des Wolfes zottiges Fell

http://www.heimdallswacht.de/
http://www.blackskullrecords.de/

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