Glorior Belli – Sundown (The Flock That Welcomes)

Glorior Belli - Sundown (The Flock That Welcomes)

Glorior Belli - Sundown (The Flock That Welcomes)Als im Jahre 2002 GLORIOR BELLI von Infestvvs (Billy Bayou) und Antares gegründet wurden, konnte noch niemand ahnen, wohin die Reise die Franzosen führen wird. Die beiden ersten Alben „Ô Laudate Dominvs“ und „Manifesting The Raging Beast“ bewegten sich jedenfalls im Fahrwasser vieler ihrer Landsmänner, die traditionellen und orthodoxen Black Metal spielten. 2011 kam dann das vierte Album „The Great Southern Darkness“ und GLORIOR BELLI spielten plötzlich nicht mehr puren Black Metal. Mit einem Mal wurden Stoner und Southern Rock verwurstet. Einige fanden das großartig, andere hingegen abscheulich. Mit dem zwei Jahre später folgenden „Gators Rumble, Chaos Unfurls“ blieben GLORIOR BELLI auf den experimentellen, rockigen Pfaden. Inzwischen ist mit „Sundown (The Flock That Welcomes)“ das neue Album draußen, Infestvvs tritt als Billy Bayou in Erscheinung und betreibt GLORIOR BELLI als Soloprojekt.

Mit „Sundown“ führt Bayour GLORIOR BELLI wieder zurück zu den Anfangszeiten. Die Beimischungen aus Stoner und Southern Rock wurden weitgehend ausgemerzt. Es dominiert wieder Black Metal. Über weite Strecken agiert er kompromisslos und direkt. Sein Spiel an den Saiten ist dabei sehr vielfältig. Er schwingt die Gitarren sowohl melodisch und harmonisch als auch kalt, rasant und messerscharf. Rhythmisch verhält es sich ebenso. Die Rhythmen sind wechselhaft und kombinieren bedingungslose Raserei mit mittelschnellen und auch langsamen Tempi. Trotz der harmonischen und rhythmischen Abwechslung ist „Sundown“ kein weiches, sanftes oder besonderes melodisches Album. Im Gegenteil: Über weite Strecken ist es hart und schwarz, garniert mit spielerischen Feinheiten. Ich bin zwar kein großer Kenner von GLORIOR BELLI, doch mir gefällt „Sundown“ überraschend gut, gerade des Gitarrenspiels wegen. Mir gefallen die subtilen Harmonien, die vor allem während der peitschend schnellen Parts ihre volle Wirkung entfalten, sehr gut.

Glorior BelliDoch „Sundown“ ist nicht vom ersten bis zum letzten Takt kompromisslos. Schade. Im dritten Lied „Rebels In Disguise“ verlässt Bayou jedenfalls den Black Metal und operiert rockig, doomig und melodisch. Es ist ein belangloses Intermezzo, welches meiner Meinung nach nicht hätte sein müssen. In „Thrall Of Illusions“ kehrt GLORIOR BELLI kurzweilig zum Stoner Rock zurück, denn er beginnt das Lied mit einer Gitarrenmelodie, die sich verdammt stark wie MY SLEEPING KARMA anhört. Anders als noch in „Rebels In Disguise“ stört mich dieser Schwenk jedoch nicht, dafür ist die Melodie zu gut und im Verlauf des Liedes bricht tosender und wütender Black Metal los.

Mich spricht „Sundown (The Flock That Welcomes)“ weitgehend an. Es ist kein auffälliges oder besonderes, aber ein gut arrangiertes Album. Es mag dem Einen oder Anderen vielleicht zu gewöhnlich erscheinen, doch genau das schätze ich an der Scheibe. Das hat man alles schon zig Mal gehört, doch die Umsetzung ist gelungen und gerade das Gitarrenspiel schafft es immer wieder, mich zu kitzeln. Lediglich der Gesang ist mir etwas zu fad, aber das war schon immer so bei GLORIOR BELLI.

Glorior Belli – Sundown (The Flock That Welcomes)
Vinyl / CD / Digital | Agonia Records
27.05.2016 | Black Metal

1. Lies-Strangled Skies
2. World To Spurious
3. Rebels In Disguise
4. Thrall Of Illusions
5. Sundown (The Flock That Welcomes)
6. Satanists Out Of Cosmic Jail
7. Upheaval In Chaos Waters
8. We Whose Glory Was Despised

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