Eschaton – Unshaken | 2012 | Hass Weg Productions | CD | Black Metal

Zuletzt war es um ESCHATON aus Griechenland sehr still geworden, drei Jahre liegt die letzte Veröffentlichung, eine Split EP mit ERHABENHEIT, nun schon zurück. Das letzte und zugleich auch erste Album erschien bereits 2006. Das Debütalbum war sehr gut, ESCHATON verbanden rohe Brutalität mit einer sehr dezent gestalteten Abwechslung. Von der damaligen Zusammensetzung ist allerdings nur noch Schlagzeuger K. Iakchos übrig und die Gruppe schmolz von einem Trio zu einem Duo zusammen. Neu hinzu gekommen ist Gitarrist, Bassist und Sänger Orth.

Sofort mit den ersten Sekunden merkt man die produktionstechnische und klangliche Entwicklung. Das Debütalbum Causa Fortior war klanglich sehr rau und roh, zum Teil geradezu dreckig und gemein. Auf Unshaken präsentieren sich ESCHATON in einem wesentlich klarerem Klanggewand ohne jedoch zu glatt und überproduziert zu sein. Sänger Orth macht seine Sache verdammt gut und ersetzt den früheren Sänger bestens. Stilistisch gibt es natürlich und erwartungsgemäß einige Veränderungen und Entwicklungen. Dennoch sind sich ESCHATON ihrem Stil treu geblieben und so gibt es direkten und geradlinigen Black Metal, den die zwei Griechen mit einer leicht melodischen und vielfältigen Komponente angereichert haben.

Der Rhythmus ist variabel aber gern flott und treibend, das Schlagwerk ertönt relativ laut und kraftvoll und zudem auch hochgradig vielfältig. Auch wenn der Takt eingängig schnell ist, nutzt Iakchos die zahlreichen Möglichkeiten des Instruments und wütet verausgabend am Schlagwerk, als gäbe es kein Morgen. Aber auch die schleppenden und mittelschnellen Tempi überzeugen und halten sich mit den schnellen Passagen ausgewogen die Waage. Das Spiel an der Gitarre ist gleichfalls abwechslungsreich und es gibt enorm viele verschiedene Riffs zu hören, die sowohl melodisch und atmosphärisch als auch eisig und direkt sein können. Zudem klingen einige Riffs nach alter griechischer Schule, was mir sehr gut gefällt. ESCHATON haben zwar ihren eigenen Stil, in dem sie Brutalität und Härte mit Melodik kombinieren, doch bestäuben sie das Ganze mit einer dezenten aber spürbaren Essenz des alten, griechischen Black Metals. Obgleich das melodische Gitarrenspiel phasenweise stark im Mittelpunkt steht, sind ESCHATON aber nicht zu melodisch, zumal die Melodien von Unshaken schön anzuhören und alles andere als nervig oder gefrickelt sind.

Unshaken ist ein starkes, zweites Album das ESCHATON sechs Jahre nach dem Debüt abgeliefert haben. Auch wenn das neue Werk nicht ganz so roh wie das Debüt wirkt, so ist es trotzdem ein verdammt heißes Eisen, auf dem ESCHATON wunderbar Härte mit Abwechslung und schöner, teils wunderbar subtiler Melodik, vereinen. Unshaken ist absolut uneingeschränkt zu empfehlen und das beste Black Metal Album aus Griechenland, welches ich in den letzten zwei, drei Jahren zu Gehör bekam.

01. Outside
02. Lightless skies
03. When time is undone
04. The first rebellion
05. Thirsty as one can be
06. Victa iacet virtus

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