End – III | 2009 | Black Hate Records | CD | Black Metal

Sechs Jahre nach dem letzten Album gibt es nun mit dem dritten Streich Nachschlag von End, um dem Unmut über die Gesellschaft musikalischen Tribut zu zollen. Dieses Anliegen kann man getrost als gelungen bezeichnen, da sich End gekonnt und überzeugend den Abscheu von der Seele kotzt.

Zum Einen glänzt End oft durch kühle und berechnende Raserei, die zwar eindringlich und gewaltig ist, aber niemals zu blindem Geknüppel verkommt. Auf der anderen Seite trägt der Gesang maßgeblich zur negativen Atmosphäre bei, da der Gesang nicht nur facettenreich und abwechselnd, sondern auch extrem eindringlich und heftig ist. Manchmal scheint es so, als würde Sänger Domu regelrecht seinen gesamten Hass mit hinaus schreien, so heftig und radikal ist der Gesang. Aber auch die unverzerrte, dennoch rau klingende Stimme, weiß zu gefallen und setzt gekonnt Akzente.

Obwohl III mit Catastrophe und dem folgenden Self-eating mass recht schnell und aggressiv beginnt, entfaltet sich das Album im Verlauf der 49 Minuten Spielzeit zu einem abwechslungsreichen Werk, auf dem auch Melodik und langsamere Passagen nicht fehlen. Überraschend ist dabei für mich die gute Qualität der langsameren, zum Teil klaren und atmosphärischen oder auch kräftigen, schleppenden Passagen, zumal die Klangproduktion dieser klaren Parts einwandfrei und glasklar ist. So gnadenlos brutal End spielen kann, so melodisch und fast schon gefühlvoll sind die ruhigeren Arrangements. Hier entsteht ein sehr guter Kontrast, den End hervorragend und flüssig miteinander verbindet, sodass die Grenzen fließend sind und verwischen. III ist eine exzellente Veröffentlichung, die viel mehr ist als nur schnell oder vielfältig. End vollzieht manchmal überraschende Wechsel, sodass plötzlich an Aggressivität kaum zu überbietender Black Metal losbricht, nur um den überraschten Hörer danach mit einigen schwung- und kraftvollen Riffs dann aus dem Lied zu entlassen.

III ist das mit Abstand beste Album von End. Es übertrifft sowohl klanglich als auch strukturell und atmosphärisch seine beiden Vorgänger, wobei es sich bei I und II ebenfalls um gute Alben handelt. III ist nicht mehr so rau und grell, dafür druckvoll und differenziert im Klangbild. Mit III liefert End zudem einen weiteren Beweis dafür ab, dass der griechische Black Metal einige Perlen bietet, auch wenn das eine Menge Leute nach wie vor verkennen. Es gilt also, sich III unbedingt zu kaufen, das im aufwendig gefertigten DigiPak ausgeliefert wird.

Kurzum: III ist sehr guter Black Metal, der enorm brutal und heftig sein kann, dabei aber stets durch gut durchdachte Strukturen auffällt, zumal erstklassige Riffs, Melodien und atmosphärische Passagen nicht zu kurz kommen!

9/10
Aceust

01. Catastrophe
02. Self-eating mass
03. Still in flesh
04. In the womb of sick
05. Lavish gloom
06. Ugly and bygone
07. The largest hearse
08. Megalomania

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