Echoes Of Yul – Echoes Of Yul | 2009 | We Are All Pacinos Records | CD | Experimental / Doom / Psychedelic

Echoes of Yul ist ein interessantes polnisches Duo, welches sich auf dem gleichnamigen Debütalbum experimentellen und psychedelischen Doom-Metal-Variationen hingibt. Bis auf vereinzelte Sprachsamples ist es zudem auch ein weitgehend instrumentales Album. Man muss für Echoes of Yul allerdings Interesse an dieser Form der Musik sowie Zeit mitbringen, da das Album mit knappen 77 Minuten Spielzeit alles andere als kurz ist. Insofern ist das Album tatsächlich nur für jene interessant, die sich bereits in der Materie des experimentellen Doom Metals und Downtempos wohlfühlen. Neueinsteiger dürften wohl Schwierigkeiten haben, da es oft längere Passagen gibt, die nur aus psychedelischen oder obskuren Geräuschen und Samples, ohne ersichtlichen Bezug zum Doom, bestehen. Allerdings ist es genau diese zweigleisige Schiene, die mir gefällt. Zum Einen gibt es sehr kraft- und schwungvolle Doom-Metal-Parts, bestehend aus satten Riffwänden und einer entsprechenden mitreißenden Rhythmik. Ebenso gibt es aber auch ruhigere Doom Parts, in denen sich Echoes of Yul viel Zeit für tolle Gitarrenmelodien nimmt, die nicht immer zusammenhängend sind und teilweise aus einzelnen sphärischen Anschlägen und Klängen bestehen. Teilweise entwickelt die Musik dabei nicht nur einen psychedelischen Charakter sondern geht beinahe schon in etwas Rituelles und Hypnotisches über.

Bisweilen geht es auch etwas rauer zu, wie in Walking skeletons. Die Gitarren klingen hier schroff und grell, das Schlagzeug ist etwas dumpf und blechern. Hinzu kommt dann noch partiell verzerrter Gesang, was mich insgesamt ein wenig an Cervix erinnert. Manchmal erinnert mich Echoes of Yul aber auch an Ufomammut, vor allem was die psychedelischen Klänge und Sprachsamples betrifft. Echoes of Yul kombiniert und streift viele Stilrichtungen und Gruppen, was das Duo großartig zu einer eigenen musikalischen Klanglandschaft formt.

Obwohl das Album mit seinen 77 Minuten lang ist, wird es zu keinem Zeitpunkt langatmig oder gar langweilig. Echoes of Yul schafft es mühelos, mich die ganze Zeit über mit der Vielzahl an unterschiedlichen Elementen und spielerischen Tendenzen zu fesseln. Dabei ist es egal, ob die Musik gerade atmosphärisch und sanft, schroff oder bizarr ist, Echoes of Yul überzeugt mich auf ganzer Linie.

Wer diese polnische Eigenproduktion bei irgendeinem Vertrieb sichtet, sollte unbedingt zuschlagen, da die Auflage klein und das Werk absolut empfehlenswert ist!

9/10
Aceust

01. Midget
02. From infinity to infinity
03. Clear
04. Third time
05. Or
06. Walking skeletons
07. Everyone’s midget
08. Square face
09. Pony
10. Ape
11. Open
12. 32 (Everlasting drifting)

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