Diabolical – Umbra

Diabolical - Umbra

Diabolical - UmbraErst gestern hatte ich es mit dem schwedischen Musiker Sverker Widgren zu tun, nämlich bei der Bemusterung der neuen CENTINX-Scheibe, wo er seit zwei Jahren Gitarrist ist. Bei DIABOLICAL hingegen ist er von Anfang an dabei und am kommenden Freitag wird mit „Umbra“ eine neue EP erscheinen, die an das bereits drei Jahre alte Vorgängeralbum „Neogenesis“ anknüpft.

DIABOLICAL waren schon immer wandlungsfähig und veränderten ihren Klang. Während man in den ersten Jahren eine schwarz gefärbte Mischung aus Thrash und Death Metal spielte, entwickelte man sich im Laufe der Zeit hin zu einer Death-Metal-Band mit progressiven Einflüssen. Diese brachen sich auf „Neogenesis“ endgültig Bahn und sind auch auf „Umbra“ zu hören.

Bereits während der ersten Takte von „Requiem“ sind leise Klargesänge und ein Chor zu hören. Im ersten Durchgang gefiel mir dies nicht besonders gut, da ich solche weichen und atmosphärischen Fragmente meistens überflüssig finde. Doch nach mehreren Malen, die ich mir „Umbra“ inzwischen anhörte, finde ich Gefallen daran. Auch wenn es melodische und harmonische Einsprengsel und Effekte gibt, ist und bleibt es Death Metal mit einer lässigen und eleganten Härte. Diese resultiert aus den druckvollen und krachenden Riffwänden wie auch dem treibend und präzise gespielten Schlagzeug. Überdies sind Choräle nicht überall zu hören. In „Diaspora“ und „Decline“ ist über weite Strecken reinrassiger Death Metal zu vernehmen, der durch flotte Tempi und düstere Gitarrenharmonien für ein besonderes Moment sorgt.

Wenn DIABOLICAL atmosphärische und progressive Linien mit Härte und Todesblei verbinden, gelingt es ihnen sehr gut, da das Ganze dennoch dunkel und obskur bleibt. Mit der ‚Überleitung‘ „Tremor“ trieben es die Schweden jedoch zu weit. Ich bezeichne das Stück als Überleitung, da es ein ruhiges und durch und durch weiches Arrangement, fernab von Death Metal, ist. Zunächst ist eine weibliche Erzählstimme zu hören, die von Schlagzeug und Akustikgitarren begleitet wird. Irgendwann kommt echter Klargesang hinzu. Das ist sehr sanft, sehr gefühlvoll und sehr melodisch. Gut arrangiert ist es, ja, aber für meinen Geschmack total überflüssig. Der Rest von „Umbra“ überzeugt auch so und mit dem Eröffnungstitel „Requiem“ beweisen DIABOLOCAL doch, dass man weiche Akzente wesentlich besser verarbeiten kann.

So oder so. „Umbra“ ist eine ansprechende und gelungene EP, wie ich finde. Ich bin von den Schweden zugegebenermaßen positiv überrascht, da ich vorab nicht gedacht hatte, hier derart packenden und antreibenden Death Metal serviert zu bekommen, schließlich wurde ich in der Hinsicht gestern von CENTINEX enttäuscht.

Diabolical – Umbra
CD / Digital | ViciSolum Productions
08.07.2016 | Death Metal

1. Requiem
2. Diaspora
3. Tremor
4. Decline

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