DarkSoul – Dethroned Mankind | 2009 | Eigenproduktion | CD | Black Metal

Dethroned Mankind ist das Debütalbum der bereits 2001 gegründeten, und unter einigen Besetzungswechseln leidenden Formation DarkSoul. In den Jahren spielte man einige Liveauftritte, ehe man 2007 zur aktuellen Vierer-Aufstellung zusammen fand. Das Resultat liegt mir nun mit Dethroned Mankind vor, das mitte November auf die Allgemeinheit losgelassen wird. DarkSoul wurde mit dem Ziel gegründet, Black Metal von einer anderen Seite zu zeigen. Das ist ein großes Vorhaben, welches natürlich scheitern muss. Solch eine Vorgabe grenzt an Utopie, sofern man diese Vorstellung wortwörtlich nimmt. Vielleicht ist damit auch eher gemeint, Black Metal zu spielen, wie DarkSoul ihn sich vorstellt und im Idealfall gerne hätte. Nun aber zum Kern, nämlich der Musik!

Nach der Einleitung folgt sogleich das Titelstück, welches mittels eines Schreis eröffnet wird, der umgehend von einem schnellen, antreibenden und brachialen Knüppelpart seine Erlösung erfährt. Dieser Einstieg gefällt. Das Schlagwerk bollert treibend, begleitet von schnellen Riffs und dem lauten, präsenten und energischen Kreischgesang. Im Mittelteil ist ein kurzer, riffbetonter und melodischer Part zu hören. Desweiteren wird Havoks Kreischgesang von dem einen und anderen tiefen „Gurgeln“ angereichert. Auf diese und ähnliche Art und Weise funktioniert das komplette Album. DarkSoul pendelt zwischen brutalen Tempopassagen und langsamen, melodischen Parts hin und her. Dabei erinnern mich vor allem die melodischen Strecken immer wieder an melodische Black/Death Metal Gruppen, wie die finnischen Emissary (kennt die überhaupt jemand?) oder Immortal Souls. Das ist alles gar nicht so schlecht, aber auf die Dauer auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Die einzelnen Lieder sind zwischen fünf und neun Minuten lang, weshalb Dethroned Mankind irgendwann etwas langatmig wird. Das eine und andere Lied hätte durchaus kürzer und prägnanter gestaltet werden können. Dabei mangelt es der Musik keineswegs an Abwechslung. Durch die zahlreichen, unterschiedlich schnellen Passagen, und dem großen Anteil an Melodik, gibt es Abwechslung genug. Vielleicht ist es genau diese lebhafte Spielfreude, die am Ende etwas zu viel ist. Stattdessen hätte der Musik womöglich etwas mehr Geradlinig- und Eingängigkeit gut getan.

Ich will dies alles aber gar nicht schlecht reden, zumal Dethroned Mankind komplett in Eigenregie aufgenommen, produziert und auf CD (nicht CDR!) verewigt wurde. Ich finde, dies muss man DarkSoul hoch anrechnen, denn die verführerische CDR ist wahrlich kein geeignetes Medium um Musik zu verbreiten, geschweige denn dauerhaft zu konservieren. Es gibt einige CDR Veröffentlichungen in meinem Schrank, die sich auf Teufel komm raus nicht mehr abspielen lassen. Lange Rede, kurzer Sinn: Dethroned Mankind ist kein Vomhockerhauer, hat aber Potential, da die vier Musiker ganz offensichtlich mit Leib und Seele bei der Sache sind. Zudem finde ich den Ansatz gut und gelungen, wie DarkSoul brutales Geknüppel mit Harmonie und Melodik verbindet. Nun muss man sich entwickeln und die Feinheiten verbessern, ambitioniert sind sie jedenfalls.

6/10
Aceust

01. The end of human era
02. Dethroned mankind
03. Darkest rapture
04. Deathmarch
05. Onwards to hell
06. My way to sorrow
07. On murderous steps

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