Cirith Gorgor – Firestorm Apocalypse / Tomorrow Shall Know The Blackest Dawn | 2004/2012 | Ketzer Records | CD | Black Metal

Drei Jahre haben die Niederländer auf sich warten lassen, um mit einem neuen Album von sich reden zu machen. Dies gelingt ihnen ziemlich gut, Firestorm apocalypse – Tomorrow shall know the blackest dawn ist ein sehr ausgereiftes und intensives Album. Intensiv deshalb, da es von der ersten bis zur letzten Sekunde packend und fesselnd ist.

Die Lieder sind, von zwei kurzen Instrumentalstücken abgesehen, allesamt lang. Jeweils zwischen fünf und elf Minuten dauert ein Titel; diese jeweilige Spieldauer zu gestalten und zu füllen ist nicht einfach, schon gar nicht wenn man in höheren Geschwindigkeiten spielt. Cirith Gorgor scheinen dabei kaum Schwierigkeiten gehabt zu haben, das Material ist sehr abwechslungsreich, hat aber einen gesunden, ausgewogenen Charakter. Cirith Gorgor können nämlich beides, eben zerstörerisch schnell sein aber auch in beschaulicheren Momenten geben sie sich keine Blöße. Gitarrenarbeit und Schlagzeug sorgen stets für hörenswerte Momente, sie sind immer aktive und lebendige Elemente der Musik. Breaks kommen genau so vor wie vordergründige Gitarrenmelodien, die teilweise schon einen Soli-Charakter haben. Die Hochgeschwindigkeitspassagen werden öfters von langsameren Strecken unterbrochen, um Kurz Luft zu holen, ehe die Geschwindigkeit danach sofort wieder anzieht. Dabei wirken die Niederländer aber nicht zu verspielt oder übertrieben brutal. Sie halten auf einem hohen Niveau geschickt das Gleichgewicht und kreieren daraus eine fesselnde Atmosphäre.

Firestorm apocalypse ist eine kompakte Scheibe die technisch sehr anspruchsvoll ist und live den Musikern einiges abverlangen dürfte. Das Album wurde gut produziert und abgemischt, klingt dabei aber glücklicher Weise nicht zu steril und so hat man summa summarum ein sehr gutes und überzeugendes Album.

01. The gates of hell
02. Degeneration of mankind
03. Arcane illusion
04. Prelude to the final Holocaust
05. Fields of etenal glory
06. Perishing nights
07. Eternal damnation
08. Firestorm apocalypse – The coming of a greater era

Ketzer Records bringt von CIRITH GORGOR deren drittes Album Firestorm Apocalypse – Tomorrow Shall Know The Blackest Dawn im Digipak als Doppel CD neu raus. Die Wiederveröffentlichung des ausverkauften Albums wurde remastered und enthält auf der zweiten CD acht Bonusstücke. Ich war damals von Firestorm Apocalypse sehr angetan, da es CIRITH GORGOR wunderbar und mit einer Leichtigkeit schafften, Schnelligkeit und Härte mit tollen Riffs und einem kraftvollen, hasserfüllten Gesang zu kombinieren. Wenn ich mich richtig erinnere, erhielt das Album damals nicht allzu viel Aufmerksamkeit. Überhaupt ist es um CIRITH GORGOR immer recht Still gewesen, obwohl es immerhin fünf Alben gibt.

Das Remastern kann sich hören lassen. Das überarbeitete Album klingt lauter und enthält wesentlich mehr tiefe Töne, wodurch vor allem das Schlagzeug mehr zur Geltung kommt und entsprechend mehr Druck und Härte hat. Die neue Version klingt aber grundsätzlich kraftvoller, wärmer und brachialer. Im direkten Vergleich ist mir die Remastered-Ausgabe fast schon zu laut.

Die neuen Lieder sind bunt durchmischt was deren Herkunft betrifft. The Devil’s Ancient Disciples ist das neuste, nämlich von 2011 stammende und bisher unveröffentlichte Lied. Danach folgen drei Titel vom 2007er Album Cirith Gorgor, welche allerdings neu eingesungen wurden, da damals kein Sänger vorhanden war und das Album notgedrungen vom Schlagzeuger Levithmong eingesungen werden musste. Die verbleibenden vier Lieder stellen die komplette Demo Demonic Incarnation dar.

CIRITH GORGOR treten auch auf dieser zweiten CD das Pedal ordentlich durch. Sie tun das, was mir schon auf dem Album damals gut gefiel: Raserei mit guter Melodik kombinieren. Obgleich CIRITH GORGOR schnell und brutal spielen, verlieren sie sich niemals in plumpem und banalem Gekloppe. Trotz des hohen Maßes an Geschwindigkeit sind die Lieder abwechslungsreich ausgefallen und offenbaren viele kleine Feinheiten. Wunderbare Riffs, eingestreute Soli und Breaks wurden handwerklich gut umgesetzt und sorgen trotz der immensen Raserei für das richtige Maß an Abwechslung.

Es war richtig und angebracht Firestorm Apocalypse neu aufzulegen. Der neue Klang ist gut und zudem besser als auf dem Original und auch das Bonusprogramm kann sich hören lassen. Wer das Album oder die Band noch nicht kennt und schnellen, wunderbar gespielten Black Metal mag, sollte sich das Album kein zweites Mal entgehen lassen.

01. The gates of hell
02. Degeneration of mankind
03. Arcane illusion
04. Prelude to the final Holocaust
05. Fields of eternal glory
06. Perishing nights
07. Eternal damnation
08. Firestorm apocalypse
09. The coming of a greater era
10. The devil’s ancient disciples
11. Total annihillation
12. The black hordes
13. Warcry of the southern lands
14. Arcane illusion
15. Firestorm apocalypse
16. Eternal kingdom
17. Infinite consecration

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