Bestia – Ronkade Parved | 2009 | Hexenreich Records / Evil Distribution | CD | Black Metal

 

Estland ist spätestens seit Loits auch auf der Metallandkarte kein unbekannter Fleck mehr, auch Sõjaruun konnten durch einen Gemeinschaftstonträger mit den Deutschen Odal etwas Bekanntheit erlangen. Bestia stammen ebenfalls aus Estland und schmeißen mit Ronkade Parved bereits ihr zweites Album auf den Markt. Es ist gleichzeitig das erste Lebenszeichen, welches ich von den Esten vernehme. Einen vollständigen Eindruck über dieses konnte ich mir leider gar nicht machen, denn die Promoscheibe wartet ungefähr ab der Halbzeit nur noch mit Liedausschnitten auf. Da erübrigen sich dann auch Kommentare zum Spannungsaufbau. Es reicht aber selbstverständlich, um mir einen Eindruck von Ronkade Parved zu verschaffen.

Prinzipiell sind Bestia in einer ganz gewöhnlichen Umgebung zu Hause, ihr Fundament sind Elemente aus Black- und Pagan Metal, Anreicherungen aus Death- und Thrash Metal soll es auch vereinzelt geben. Etwas Eigenwilligkeit besitzen Bestia aber durchaus – das macht sich unter anderem durch den Einsatz verschiedener Instrumente bemerkbar. Die Kombination von Blasinstrumenten und Black Metal gab es schon, soviel ist klar. Die Wahl der Esten ist dennoch interessant – denn sie verwendeten nicht etwa Posaune, Trompete oder ein Horn – nein, sie wählten das Saxophon. Weiterhin entschied man sich für den Einsatz von Viola und Flöte. Diese Instrumente sind nicht allgegenwärtig, sondern nur an markanten Stellen eingefügt. Sonst bieten Bestia passablen Black Metal mit oben genannten Anleihen, der in verschiedenen Geschwindigkeitsbereichen (von gemäßigt bis zügig) angesiedelt ist. Produktionstechnisch wählte man schon einen recht professionellen Klang, bei dem alle Instrumente gut zur Geltung kommen, auch die Bassgitarre. Eine weitere Eigenheit stellt der estnische Gesang dar – ich hoffe, sie behalten die Verwendung der eigenen Sprache bei. Damit die Texte auch Hörer weltweit erreichen, müßte man sie zwar übersetzen, aber mir gefiel der estnische Gesang schon bei ihren Landsleuten Loits sehr gut und ich halte es für eine gute Möglichkeit, sich etwas Eigenheit für die Zukunft zu sichern. Dieser ist nämlich neben dem eigenwilligen Zusammentreffen von hartem Metal und den anderen Instrumenten das prägnanteste auf Ronkade Parved.

Bestia können mit Ronkade Parved ein gar nicht mal schlechtes Album vorweisen, dem aber die großen Momente noch fehlen. Auf diesem Fundament läßt sich aber aufbauen und genau das sollten die Esten tun. Mit dem Einsatz oben genannter Instrumente haben Bestia angedeutet, daß sie auch einer experimentellen Note zumindest nicht abgeneigt sind und daher könnte es noch interessant werden, inwiefern derartige Einflüsse künftig zurückgeschraubt oder ausgebaut werden. So richtig zünden will die Musik bei mir zwar nicht, aber meine Punktevergabe fällt trotzdem wohlwollend aus.

6,5/10
Der Einsiedler

01. Ronkade parved
02. F.S.
03. Mälestus kustutab leegi
04. Verine koidik
05. Silmis härmatis
06. Taeva tõurastaja
07. Arg sõdalane
08. Tasumise päev
09. Õiglaste tulek
10. Viimne lahing

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