Azaghal / Oath – Split

Azaghal & Oath - Split

Azaghal & Oath - SplitIrgendwann während der 2000er Jahre verlor ich AZAGHAL ein wenig aus den Augen. Der Finne Narqath war zu jener Zeit nahezu omnipräsent, von AZAGHAL und seinen anderen Projekten erschienen Tonträger am laufenden Band, weshalb ich ob der Inflation seiner ein wenig überdrüssig wurde. Seither sind viele Jahre vergangen und AZAGHAL existieren nach wie vor. Die aktuellste Veröffentlichung ist die mir nun vorliegende Split-CD mit den finnischen Kollegen von OATH.

Von AZAGHAL gibt es großartige Lieder und Veröffentlichungen, etwa das Lied „Lähde“ von der Split mit KRIEG. Aber auch die Splits mit MUSTA KUUN LAPSET sowie BEHEADED LAMB waren großartig. Lange ist es her und mit den drei neuen Liedern präsentieren sich AZAGHAL grimmig und kalt wie zu besten Zeiten. Die Stücke sind gerne schnell, der Klang ist grell und die verzerrten Gitarrenriffs wechseln zwischen winterlicher Kälte und dreckigem Thrash. AZAGHAL überraschen mich ehrlich gesagt aufgrund der tollen Riffs. In der Hinsicht hat es mir vor allem „Vedenpaisumus“ angetan. Der Gitarrenklang ist grell und rau und die Riffs erzeugen sehr eindringliche Harmonien, die subtil und melodisch zugleich aber auch dreckig und frostig sind. Wunderbar.

Wenn Narqath früher omnipräsent war, könnte dies heutzutage auf Grim666 von OATH zutreffen. Was der seit einigen Jahren an Alben raushaut ist erstaunlich. Gefühlt gründet er pro Jahr eine neu Band und pflegt nebenher auch noch sein Langzeitprojekt LATHSPELL. OATH gründete er 2012 und seitdem gibt es unter diesem Banner einige Tonträger. Dieses Splitalbum ist die neuste Veröffentlichung und für den kommenden Mai ist bereits das nächste Album avisiert. OATH hinterließen mit ihrer Debüt-EP „Light Of The Black Dawn“ einen anständigen Eindruck, auch wenn es Abstriche gab und ich mir damals mehr Aggressivität und Härte für künftige Veröffentlichungen wünschte.

Nun ist neues Material da und OATH spielen nach wie vor atmosphärisch gelagerten Black Metal. Gegenüber der Debüt-EP verdoppelte sich die Spielzeit der Lieder. Die zwei Lieder sind sehr lang und über weite Strecken galoppieren sie rhyhtmisch monoton dahin, während sphärische Gitarrenläufe eine kalte Atmosphäre erschaffen. Im ersten Lied „The King“ gelingt es noch nicht so gut, zumal OATH hier auch auf dezente Keyboards zurückgriffen, was mir persönlich zu atmosphärisch ist und OATH zu sehr in die melancholische Ecke drängt. Doch die ist bereits durch andere Projekte, etwa KALMANKANTAJA, besetzt. Doch mit dem zweiten Titel „Evernight“ korrigieren OATH diesen Makel und bieten ein herrliches Lied dar, in dem zunächst eine bohrende und monotone Geradlinigkeit mit Kälte und Grimm einher gehen. Hervorragend, da minimalistisch aber dennoch überaus wirkungsmächtig. In der Mitte und am Ende gibt es dann aber jeweils einen Part wo das Tempo massiv gedrosselt wird und sakral anmutende Klangelemente eine feierliche Atmosphäre inszenieren sollen. Diese kontrastsetzenden Parts hätte es gar nicht benötigt. Das Lied war auch so gut genug, jedoch stark limitiert aufgrund der rigorosen Gleichförmigkeit.

Nun ja. OATH hinterlassen erneut einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits gibt es sehr gute Momente andererseits sind mir manche melancholische und atmosphärische Parts zu präsent. AZAGHAL hingegen konnten mich nach mehrjähriger Abstinenz positiv überraschen. Unterm Strich ist dieses Splitalbum eine positiv zu bewertende Veröffentlichung. Sie ist nicht herausragend aber dennoch überdurchschnittlich. Wer eine Neigung für finnische Winternächte hat, ist hiermit also gut beraten.

Azaghal / Oath – Split
CD / Digital | Immortal Frost Productions
2015 | Black Metal

AZAGHAL
1. Nukkuja
2. Vedenpaisumus
3. Taivaankairaaja

OATH
4. The King
5. Evernight

http://immortalfrostproductions.com/

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