Armagedda – Volkermord (The Appearance) | 2010 | Nordvis Produktion / The Occult Series | CD | Black Metal

Zehn Jahre nach der ersten Veröffentlichung des Volkermord Demos gibt es nun eine Wiederveröffentlichung auf CD, die zusätzlich noch ein Rehearsal von 2001 sowie zwei bisher unveröffentlichte Titel beinhaltet. Wer womöglich auf ausführliche Informationen zur Geschichte Armageddas und einem dicken Booklet hoffte, wird enttäuscht sein. Außer einer Information zum Demo hüllt man sich bei dieser Veröffentlichung in Verschwiegenheit.

Obwohl die Ära Armagedda sehr erfolgreich war, dauerte sie nur vier kurze Jahre. Interessant dabei ist, wie sehr und schnell man sich stilistisch und spielerisch veränderte und entwickelte. Volkermord als Anfangspunkt des musikalischen Schaffens war noch durch und durch Black Metal. Nämlich grimmig und roh und für damalige Verhältnisse sicherlich ein echter Höhepunkt. Aber auch heute wäre und ist Volkermord ein gutes, hörenswertes Demo. Ein Jahr später erschien das damals vielbeachtete Debütalbum The Final War Approaching, das dem Demo noch relativ nahe war, auch wenn sich schon dort die Tendenz zu mehr melodischem Gitarreneinsatz abzeichnete. Volkermord ist einen Ticken roher, robuster aber auch organischer. 2003 erschien dann Only True Believers, welches im Vergleich zu den Vorgängern durch eine sehr opulente, raumfüllende und professionelle Klangproduktion auffiel, die man dann beim letzten Album Ond Spiritism: Djæfvulens Skalder perfektionierte. Nun hat Volkermord mit den beiden letzten Alben nur wenig gemeinsam, auch wenn sich bestimmte Merkmale durch die gesamte Historie ziehen. Nämlich die Neigung, spezielle Riffs und Melodien zu spielen, die sich auch heutzutage zum Teil in den aktuellen Projekten wiederfinden lässt.

Wie gesagt, Volkermord ist totalitärer Black Metal, bei dem mir am besten der giftige, knurrige Gesang gefällt. Er ist fies und gemein und verleiht dem zum Teil etwas rumpelig inszenierten Black Metal eine besondere Note. Interessanter als das Demo finde ich allerdings das Bonusmaterial. Die beiden Lieder Find strenght through satan’s power und Endless fields of sorrow entstammen einer Rehearsal-Aufnahme aus dem Jahre 2001. Obwohl der Klang relativ rau ist und die Aufnahme an einer Stelle sogar kurz versehentlich unterbrochen wurde, ist der Klang für ein Rehearsal überraschend gut. Er ist organisch und absolut authentisch, ein wenig wie eine Liveaufnahme. Find strenght through satan’s power ist grimmig und böse, während das längere Endless fields of sorrow überwiegend schleppend und düster daher kommt. Bei den beiden letzten Liedern Oändligt fruktbar mystik und Dimvålnader handelt es sich um unveröffentlichte Stücke, deren Entstehungszeitpunkt leider unbekannt ist. Stilistisch betrachtet liegt Oändligt fruktbar mystik zwischen Only True Believers und Ond Spiritism. Düstere, ruhige Gitarrenläufe und stellenweise unverzerrter Gesang prägen die etwas gedrückte, schwermütige Atmosphäre. Dimvålnader lässt sich zeitlich nicht so leicht zuordnen. Es ist aber ein verdammt gutes und verstörendes Lied. Es ist roh, laut und stampfend, eingängige Gitarren und bizarre Stimmen sowie sonderbare Rhythmusveränderungen machen das Lied erstklassig.

Wer Volkermord bisher noch nicht besitzt, sollte sich diese Neuauflage unbedingt kaufen. Das Demo zeigt die Anfangstage von Armagedda und das Bonusmaterial hat es wirklich in sich. Alle vier Bonusstücke sind grandios, und zeugen noch mal von der Klasse Armageddas.

8/10
Aceust

01. Voices of death (Intro)
02. Dödsnatten
03. Volkermord Pt. I
04. Volkermord Pt. II
05. Mordinstinkt
06. Kristi barn
07. Dräparfärd
08. Find strenght through satan’s power
09. Endless fields of sorrow
10. Oändligt fruktbar mystik
11. Dimvålnader

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