Zorn – Gegen alles | 2014 | Christhunt Productions | CD | Black Metal

ZORN sind seit längerem keine Unbekannten mehr, mischen sie doch seit dem 2001 erschienenen Debütalbum „Schwarz Metall“ den deutschen Untergrund auf. In den Anfangstagen sagte mir der rohe, direkte und kompromisslose Stil ZORNS sehr zu. Mir gefielen auch die 2002 erschienen Veröffentlichungen „Terror Black Metal“ und die Split EP mit BATTLEHORNS. 2003 kam dann mit „Menschenfeind“ das zweite Album, welches zwar gelungen war, mich jedoch nicht so sehr mitriss wie einst das Debüt. Als dann 2005 das dritte Album „Todesschwadron“ herauskam, verlor ich das Interesse an ZORN. ZORN waren zwar nach wie vor rau, direkt und heftig aber mir fehlte das gewisse Etwas. Nun ist im Frühjahr das mittlerweile fünfte Album erschienen. Ich muss gestehen, ich habe es mir nur des Namens wegen gekauft. „Gegen alles“ ist ein wahrhaftig großartiger Name für ein Black Metal Album. Ich wollte ZORN eine zweite Chance geben und erhoffte mir rauen und nihilistischen Black Metal, wie ich ihn etwa bei SVART HAT liebe. Diese Hoffnung bewahrheitete sich zwar nicht unbedingt, enttäuscht haben mich ZORN mit „Gegen alles“ jedoch nicht.

Auch wenn ich nicht jede Veröffentlichung ZORNS im Detail kenne, so kann ich aber sagen, dass sie sich definitiv treu geblieben sind. Nach wie vor spielen ZORN rohen, direkten und hasserfüllten Black Metal. „Gegen alles“ entpuppt sich dabei als ein vielfältiges Werk, welches zwar durchgängig böse und gemein ist, aber nicht unentwegt in monotoner Raserei verharrt. Mit dem Titellied beginnt das Album sehr eindringlich. Das Lied „Gegen alles“ erweist sich als ein grimmiger Hassbatzen, der Schnelligkeit mit einem eingängigen Refrain verbindet, welcher rifftechnisch an DARKTHRONE um die Jahrtausendwende erinnert. An anderen Stellen spielen ZORN stellenweise rigoros minimalistisch auf und zelebrieren eine heftige Schlichtheit, die pure Gleichgültigkeit versprüht. Manchmal erinnern mich ZORN aber auch an die Kaputten von HELLFUCKED, etwa in dem Stück „Manch geisterhafte Kreaturen“. Vor allem dann, wenn sich Sänger Roderick voller Innbrunst und Abscheu die Seele aus dem Leib zu keifen scheint.

Auch wenn „Gegen alles“ in der Summe ein gemeines, fieses und wüstes Album ist, ist es jedoch alles andere als plump. Im Gegenteil: Es gibt viele Tempoveränderungen und zahlreiche harmonische Variationen. Ich würde das Spiel an den Gitarren nicht unbedingt als melodisch bezeichnen wollen, doch gibt es einige gute, nicht unmelodische Riffs zu hören, die den teils hochgradig aggressiven und tosenden Black Metal enorm bereichern. Vor allem wenn ZORN das Tempo etwas rausnehmen, offenbaren sich die geschickt platzierten Melodien. „Gegen alles“ ist definitiv ein sehr gelungenes und überzeugendes Album. Sowohl spielerisch, klanglich als auch atmosphärisch ist es ein Volltreffer! Wer kompromisslosen, bösen und aggressiven Black Metal sucht, ist mit „Gegen alles“ bestens beraten.

1. Gegen alles
2. In der Dunkelheit
3. Verbrannte Erde
4. Manch geisterhafte Kreaturen
5. Madenwerk
6. Deathfuck
7. V.c.H.u.j.B.
8. Zorn & Zerstörung V

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