Wyrd – Vargtimmen Pt. 2 | 2004 | Solistitium Records | CD | Black Metal

Dass Narqath der Meister aller Stimmungen ist, ist keine Neuigkeit, doch mit dem neuen Album Vargtimmen pt. 2 unterstreicht und festigt er mit Wyrd den Ruf, glänzende und hervorragende Lieder zu schaffen die eine immense Tiefe Bedächtigkeit besitzen. Die sieben Titel der neuen CD sind sehr hymnenhaft und tragend ausgefallen, ummantelt mit behutsamen Melodien die teilweise an das Album Huldrafolk erinnern. Besonders stark und präsent ist dieser Eindruck bei dem langen und zumeist langsamen The wicker man sowie The pale and the dead und Cold son of the wind mit seinen leisen Anfangsklängen. So wirkt der zweite Vargtimmen Teil insgesamt weniger durchdrungen von schwerer Dunkelheit und Melancholie als der erste Teil, was sicher nicht nur daran liegt, dass die CD erstmalig in Weiß- und Grautönen gestaltet worden ist. Dieses Mal kommen vermehrt ruhige natürliche Passagen und dezidiert klare Gesänge vor die eine gewaltige emotionale Woge erzeugen. Trotz dem helleren Charakter verliert Vargtimmen pt. 2 niemals die leise Ernsthaftigkeit die oftmals mit einer essentiellen Traurigkeit gekennzeichnet ist.

Wie eingangs schon kurz erwähnt, besitzen die Lieder eine gute und tiefe Strukturierung mit tollen Arrangements. Viele Melodien und Harmonien geben sich ein Wechselspiel das trotz aller Tiefe und Komplexität aber niemals überladen oder zu anstrengend wirkt. Wyrd schaffen es auch mit dem vierten Album, ein Werk geschaffen zu haben das trotz der kompositorischen Leistungen eine behutsame Einfachheit besitzt. Sich so gekonnt und überzeugend auf diesem schmalen Grat zu bewegen, ist die vielleicht größte Stärke Wyrds.

Vargtimmen pt. 2 ist sicherlich eine Veröffentlichung, die die Anhängerschaft Wyrds genau so überzeugen wird wie all jene, die es bisher versäumt haben sich mit Wyrd auseinander zu setzen.

01. The wicker man
02. The pale and the dead
03. Redemption
04. Ominous insomnia
05. Cold son of the wind
06. Ghost of winter
07. Deception

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