Wyrd – Huldrafolk | 2002 | Millenium Metal | CD | Black Metal

Mit dem zweiten Album der finnischen Band Wyrd geht es mit einem Schlag ganz schön vorwärts. So konnte mich der Vorgänger Heathen, das nur ein Lied beinhaltete, welches aber über 50 Minuten Spielzeit hatte. So ist es mit Huldrafolk doch anders. Diese sechs, zum Teil epischen Stücke erstrecken sich über eine Gesamtlaufzeit von 50 Minuten und ein paar Sekunden. Nicht nur an der Liedaufteilung wurde etwas verändert, sondern auch musikalisch hat sich viel getan und verbessert. Um es mal drastisch zu formulieren. Huldrafolk ist eins der wenigen Alben, das mich beim ersten Hören, vom ersten Lied an in den Bann gezogen hat.

Um das Album im Vorfeld mal ein wenig zu umschreiben. Es handelt sich hier um eine gelungene (Misch)Form von Pagan Metal mit einschlägigen musikalischen Black Metal Einflüssen. Allerdings ist Huldrafolk keineswegs, eine, jener typischen Pagan Metal Veröffentlichungen die sich gänzlich im musikalischen Bereich auf das kategorische Métier beschränken. So wirkt das Album über die gesamte Dauer sehr ausgeglichen und wartet mit einigen ruhigen und epischen Momenten auf, die immer mal wieder mit folklorischer Untermalung einhergehen. Das ist neben der der schön und gut umgesetzten Musik nämlich ein positiver Aspekt. Die vollkommen fliessenden Übergänge erschaffen so eine mitreissende Atmosphäre und Spannung welche zuweilen auch durchaus etwas bedrückend und mit Melancholie angereichert sein kann, das man schon dazu geneigt ist, die CD gleich ein zweites Mal zu hören.

Es paßt einfach alles. Die andächtigen, folklorischen Elemente, sowie die leicht rauhen Metal-Passagen. Das liegt aber auch zu einem gewissen Teil an der guten und gelungenen Produktion, die das Schaffen von Wyrd wunderbar und auch zu recht positiv ins Licht des Hörers rückt. Das Schlagzeug kommt warm und etwas druckvoll rüber, die normalen Riffs sind etwas rauh, wie es im hohen Norden Europas typisch ist, und die ruhigen Momente des Albums sind sehr klar und sauber produziert.

Die Musik ist so “liebevoll” und authentisch umgesetzt, wie man z.B. sehr gut bei Aijeke nachvollziehen kann, da es ein sehr folklorisches Stück ist, das durch seine grandiose Inszenierung einen direkt in die Vergangenheit an ein großes Lagerfeuer katapultiert und zum Tanz lädt.

01 – Ashes of Man and Oak and Pine
02 – Aijeke
03 – Die Entstehung
04 – Huldrafolk
05 – Misanthropes Masterplan
06 – The Harvest Day

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