Wolves In The Throne Room – Diadem Of 12 Stars | 2006 | Vendlus Records | CD | Black Metal

Diadem of 12 stars ist vom ersten Augenblick an ein absolut fesselndes und atmosphärisch dichtes Werk. Wolves in the Throne Room beweisen mit ihrem Debütalbum beispielhaft, dass man harten Black Metal sehr wohl mit melodischen und harmonischen Anteilen anreichern kann ohne dabei gleich in fragwürdige Bereiche des „Melodic Black Metal“ mit all seinem nervenden und peinlichen Geklimper abzurutschen. In Gewisser Weise kann man Wolves in the Throne Room sogar mit Lunar Aurora vergleichen, obgleich sie musikalisch große Differenzen aufweisen aber vom atmosphärischen Geiste her durchaus Ähnlichkeiten haben. Nämlich auf wunderbare und ergreifende Art und Weise Brachialgewalt und Eingängigkeit mit empathischen Kompositionen und harmonischen Effekten zu verbinden. Hierfür haben sich Wolves in the Throne Room auch viel Raum gelassen, da jedes Lied eine Spielzeit zwischen 13 und 20 Minuten hat.

Queen of the borrowed light beginnt melancholisch atmosphärisch, mit einigen dunkel gestimmten Eingangsriffs die wenig später in einem schnellen eingängigen Takt münden zu dem sich der stark verzerrte aber verständliche Gesang und phasenweise eine leise hintergründige weibliche Stimme gesellen. Im weiteren Verlauf des Liedes verändern sich die Strukturen, langsame facettenreiche Zwischenpassagen mit herrlichen Gitarrenmelodien und Riffs ersetzen die anfängliche eingängige Schnelligkeit. Dann zieht die Geschwindigkeit wieder an, wobei diese herrlichen Riffs aus der ruhigen Zwischenpassage weiterhin zu hören sind und die Atmosphäre immer weiter steigern.

Face in the night mirror Pt.1 fängt mit einem mittelschnellen melodischen Arrangement und weiblichen Gesang an, der diesmal präsenter ist als zuvor bei Queen of the borrowed light. Den Gesang hätte man an dieser Stelle ruhig weglassen können, doch dass er da ist stört auch nicht. Nach dieser kurzen melodischen Einleitung des Liedes geht das Stück schnell, hart und eingängig weiter, wobei Wolves in the Throne Room geschickt mit schnellen harten Wechseln hantieren. Zum Ende des Titels hin ist eine längere eingängige aber atmosphärische Phase zu hören, die minimal harmonisch und dafür sehr melancholisch ist bevor dann ein schneller und aggressiver Endspurt einsetzt. Der zweite Teil von Face in the night mirror wird dann auch entsprechend schnell und hart eingeläutet. Hier bleibt es auch überwiegend schnell und dabei stellenweise auch sehr aggressiv und zerstörerisch. Zwischendurch gibt es kurze klare Momente in der nur eine Akustikgitarre zu hören ist. Diese Momente sind jedoch nur wenige Sekunden lang und wurden quasi als eine Art Break gesetzt. Der letzte Titel (A shimmering radiance) Diadem of 12 stars ist nicht nur das längste Lied des Albums sondern zugleich auch der krönende Höhepunkt. Allein schon die mehrere Minuten andauernde instrumentale Einleitung ist erstklassig. Sie ist ruhig, kraftvoll und von einer traurigen Atmosphäre behaftet, die durch die wunderschön gespielten Gitarren beschwört wird. Nach etwa dreieinhalb Minuten setzt dann das schnell und eingängig gespielte Schlagzeug ein, die Gitarren werden schneller und härter gespielt, verbleiben aber in melancholischen Melodien und der Gesang verleiht dem Ganzen einen aggressiven Feinschliff. Es folgen verschiedene ruhige und harte Passagen die vielfältig gestaltet wurden: mal harmonisch, mal eingängig und ausdauernd beschaffen.

Diadem of 12 stars ist wahrhaftig ein ergreifendes Meisterwerk, das trotz der hohen Vielschichtigkeit und tonaler Poesie und Dramatik zu keinem Zeitpunkt zu melodisch oder verspielt rüberkommt. Dafür haben Wolves in the Throne Room zu viele harte, eingängige und auch raue Anteile in ihrer Musik, die sich in einem wundersamen Geflecht mit der kompositorischen Vielfalt befinden. In der letzten Zeit hat mich selten ein Album so berührt und begeistert wie dieses.

01. Queen of the borrowed light
02. Face in a night time mirror Pt.1
03. Face in a night time mirror Pt.2
04. (A shimmering radiance) Diadem of 12 stars

Schreibe einen Kommentar