Walk Through Fire – Hope Is Misery | 2014 | Aesthetic Death / Wolves & Vibrancy Records | CD | Sludge / Doom

Vor ziemlich genau drei Jahren konnten WALK THROUGH FIRE mit ihrem Debütalbum „Furthest From Heaven“ einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Denn was die vier Schweden damals ablieferten, war herrlich düsterer sowie beklemmender Sludge. Nun liegt mir mit „Hope Is Misery“ der Nachfolger vor, und der Albumname ist definitiv Programm!

„Hope Is Misery“ ist nämlich in der Tat ein von Qual, Not und Leid geprägtes Werk. Obwohl WALK THROUGH FIRE langsam aufspielen und das Album auf eine Länge von 80 Minuten kommt, wirkt der Sludge streckenweise enorm kraftvoll und aggressiv, was nicht zuletzt dem energischen Kreischgesang von Gitarrist Ufuk geschuldet ist. Seine bissigen und aggressiven Gesangseinlagen harmonieren hervorragend mit den bedrückenden und desolaten Riffs. So entsteht eine überaus schwere, düstere und beklemmende Atmosphäre, die allerdings nicht wirklich oder ausschließlich depressiv ist sondern vielmehr einer latenten Hoffnungslosigkeit und Bitterkeit entspricht.

WALK THROUGH FIRE haben auf dem zweiten Album gegenüber dem Debüt sowohl die Liedanzahl als auch die Spielzeit verdoppelt, was gefährlich sein kann, in diesem Fall aber funktioniert. Obwohl ein gewisses Maß an Monotonie obligatorisch ist, gibt es Abwechslung, die „Hope Is Misery“ zu einer Art Reise oder Erzählung macht. Einerseits wechseln sich instrumentale Stücke mit gesungenen Liedern ab und andererseits gibt es neben zähem Sludge und gequälten Riffs auch leise und sanfte Klänge oder aggressive Intentionen zu hören. WALK THROUGH FIRE haben die richtige Mischung gefunden und „Hope Is Misery“ ist ein Werk, welches nur in seiner Gesamtheit richtig funktioniert. Es ist ein monolithisches Opus mit dem man tatsächlich den Glauben an Hoffnung und Besserung verlieren kann.

Ich schrieb bereits im Fazit des Vorgängers, dass WALK THROUGH FIRE den perfekten Soundtrack für jegliche Schwermut ablieferten. Dies kann ich nur wiederholen, wobei die Schweden jegliche Form von Beklemmung, Schwermut und Qual noch deutlich intensivierten. „Hope Is Misery“ ist noch lichtverzehrender und derber als „Furthest From Heaven“. Wer der derzeitigen sommerlichen Glut und Leichtigkeit etwas entgegen setzen will, der soll doch bitte „Hope Is Misery“ auf voller Lautstärke abspielen! Denn dort wo WALK THROUGH FIRE sind, gibt es weder Sommer noch Licht.

1. Sustained in Grief
2. Hope is Misery
3. Grow Stronger in Isolation
4. Harden in Despair
5. Waking Horror
6. Next to Nothing
7. Another Dream Turned Nightmare
8. Laid in Earth

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