Vinternatt – In The Shades Of Oblivion | 2008 | Thor’s Hammer Productions | Kassette | Black Metal

In the shades of oblivion ist kein neues Demo der slowenischen Gruppe Vinternatt, sondern beinhaltet die ersten beiden Demos The dawn of abolish und Moon in darkness. Die Seite A beginnt mit dem 2007 erschienenen The dawn of abolish. Das Titellied, welches den Anfang macht, fällt durch rohen aber streckenweise immer wieder melodisch gespielten Black Metal auf. Während der gesanglosen Parts, welche die melodischen sind, ist der dünne und kraftlose Klang besonders auffallend. An einzelnen Punkten hören sich die Gitarren sogar so an, als würde man die Abspielgeschwindigkeit der Spur minimal verändern. Das klingt ganz so, als würde das Band ein wenig eiern, was es jedoch nicht tut. Ansonsten ist das Titelstück ein langsam und zumeist melodisch gehaltenes Lied, dessen stark und kehlig verzerrter Gesang vor allem zur Rohheit beiträgt.

Klanglich ist Moon in darkness besser gelungen. Melodisch ist das Lied auch eingängiger und die Tempi wechseln zwischen langsam und eingängig schnell. In Eternally ist es dann sofort vom ersten Takt an stampfend und schnell. Der Klang ist zwar sehr roh und dumpf, doch während dieser stampfenden Schnelligkeit entwickelt Vinternatt eine traditionelle, grimmige und hasserfüllte Atmosphäre, wie man sie früher vor allem von den großen norwegischen Bands her kannte. Da verwundert es auch nicht, dass die beiden letzten Stücke der ersten Seite, zwei Cover von Darkthrone und Dimmu Borgir sind. Under a funeral moon ist gut gelungen und auch Under korpens vinger kann sich hören lassen, obgleich Vinternatt hier den Gesang weggelassen hat.

Auf der B-Seite entwickelt Vinternatt mit dem älteren Demo, eigenartigerweise, einen besseren, da fesselnden und rohen Demoklang. Der Klang ist noch immer roh und kraftlos, aber er gibt viel gelungener die Grimmigkeit wieder. Moon in darkness, ein schleppendes Lied mit eingängigen, aber prägnanten und kalten Riffs, klingt schön hasserfüllt und voller Groll. Selbiges gilt auch für Winternight, das jedoch von Beginn an schnell und treibend ist. Und auch der Rest weiß zu überzeugen. Roher, grimmiger und hasserfüllter Black Metal wird hier geboten, der sich ganz klar an alte Darkthrone orientiert. Gesanglich agiert Vinternatt zuweilen sogar so harsch und extrem, dass ich mich an „Black Hateful Metal“ von Veles erinnert fühle.

In the shades of oblivion ist sicherlich eine interessante Veröffentlichung, vor allem wegen der B-Seite mit dem Moon in darkness Demo. Die Seite A ist vor allem wegen der beiden Cover interessant. Wer Kassetten und norwegisch inspirierten Black Metal zu schätzen weiß, sollte hier womöglich einen Kauf in Erwägung ziehen.

6/10
Aceust

01. The dawn of abolish
02. Moon in darkness
03. Eternally
04. Under a funeral mooon (Darkthrone Cover)
05. Under korpens vinger (Dimmu Borgir Cover)
06. My emptiness
07. Moon in darkness
08. Winternight
09. Eternally
10. Desacrated silence

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