Vhernen – The Funeral Era | 2009 | Eerie Art Records | CD | Black Metal

Es handelt sich bei The funeral era nicht um ein neues Album, sondern um eine Veröffentlichung, die das rare 2005er Demo Sepulchral sorrows sowie die 2006er EP .S.y.b.e.r.i.a. beinhaltet. Wer bisher lediglich die EP kannte, wird vom Sepulchral sorrows Material überrascht sein. Denn die sechs Lieder des Demos sind überaus bedrückender Black Funeral Doom.

Gleich nach der kurzen Einleitung Eclipse überkommt einem mit Requiem bleierne sowie bedrückende Langsamkeit, die überhaupt nicht schwungvoll, dafür aber absolut düster und voller trostloser Schwermut ist. Diese dezidierte Langsamkeit sowie die atmosphärischen Anteile in ihr, was in diesem Falle sphärisch klingende, langgezogene Gitarrenklänge sind, erinnern mich vereinzelt an Nortt. Aber anders als Nortt, hat Vhernen diese Langsamkeit jedoch nicht zu einem überaus schwarzen und kraftvollen Klangbrei verdichtet. Es lassen sich sehr wohl einzelne Riffs und Melodieführungen erkennen, was bei Nortt ja nicht immer der Fall ist. Zudem ist Vhernens Gesang zumeist ein heiser und hell verzerrtes Gekreische. Aber nicht nur. In No forgiveness geht das kauzig-wütende Gekreische jedoch in ein tiefes, kehliges Gurgeln über, sodass Vhernen eine bizarre, teilweise unheimliche Atmosphäre kreiert.

Sepulchral sorrows bietet in gewisser Weise kaum Abwechslung. Stattdessen wird aber eine düstere sowie unheilvolle Atmosphäre beschworen, die auf der ruhigen, streckenweise eingängigen und rituellen Melodieführung und auf dem überaus ausdrucksstarken Gesang beruht. Ohne diesen eindringlichen Gesang, der manchmal regelrecht grotesk wirkt, würde der Musik auf die Dauer etwas Wesentliches fehlen.

Nach rund 43 Minuten endzeitlichem Black Funeral Doom, folgt dann die EP. Schon nach wenigen Sekunden vom Titellied, wird die stilistische Gratwanderung mehr als deutlich. Recht bald ist ein mechanischer, eingängig antreibend hämmerndes Schlagwerk zu hören. Umsäumt ist dieser extrem simple, mechanische Rhythmus von allerlei harmonischen und sphärischen Gitarren, die im Klang grell und roh sind. Das Gefühl, das hier vermittelt wird, ist nicht weniger düster und bizarr als zuvor beim Demo. Lediglich die musikalische Umsetzung hat sich verändert, was The funeral era zu einem sehr interessanten Werk macht.
Die vier Titel von .S.y.b.e.r.i.a. wirken wie eine obskure Mischung aus Elysian Blaze und Velvet Cacoon. Diese mechanischen, aber dennoch stets atmosphärischen Parts, werden immer wieder mal von Ambientpassagen aufgebrochen, welche die von Vhernen ausströmende Dunkelheit zusätzlich verstärken.

The funeral era ist eine interessante und intensive Veröffentlichung, die für all jene von Interesse sein dürfte, die pechschwarze, bizarre und endzeitliche Klänge mögen. Die Querverweise zu Nortt, Elysian Blaze und Velvet Cacoon sprechen wohl ohnehin für sich.

8/10
Aceust

01. Eclipse
02. Requiem
03. No forgiveness
04. Untitled
05. In equinox
06. Sepulchral sorrow
07. Syberia
08. Tundhra
09. Numb
10. Funeral aurora

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