Vesano – Gritos Do Tempo | 2011 | Dunkelheit Produktionen | CD | Black Metal

Für die brasilianische Gruppe Vesano ist Gritos Do Tempo nach einigen Demos nun das Debütalbum. Über sieben Lieder und 50 Minuten verteilt bekommt der geneigte Hörer hier absolute Tristesse vorgetragen. Gritos Do Tempo ist von Beginn an so dunkel und latent schwermütig, als würde man einem Begräbnis beiwohnen. Die Stücke sind allesamt von einer andächtigen Ruhe und Bewusstheit, dass man sich der Stimmung kaum entziehen kann. Die Instrumente werden sehr, sehr ruhig und langsam gespielt, wobei die zwei Gitarren durchaus einen Sinn für tragende Melodien erkennen lassen. Der Gesang ist stellenweise sehr typisch für DSBM mit dem stark verzerrten und emotional beladenen Kreischgesang, der viele Facetten von Schmerz, Wehmut und Dunkelheit abdeckt. Klagendes Wimmern gibt es also ebenso wie garstige und schimpfende Ausbrüche, gekleidet in einer langsamen und bedächtigen Instrumentierung. Diese Spielweise macht das Album für mich denn auch so interessant, da Vesano den Eindruck vermittelt, einem einzelnen langen Lied zu lauschen. Die Lieder unterscheiden sich nicht so sehr und kommen flüssig wie aus einem Guss rüber. Auf der einen Seite mag das etwas eingängig sein, andererseits spiegelt dies aber die triste und graue Intention der Band wieder.

Gritos Do Tempo ist demnach vor allem für Freunde des melancholischen Black Metals empfehlenswert, die sich 50 Minuten lang berühren und tragen lassen wollen. Für andere könnte das Album aber durchaus etwas langweilig und zu ruhig ausgefallen sein, gerade auch dann, wenn man sich nicht in der passenden Stimmung befindet. Gritos To Tempo ist definitiv kein Werk für alle Lebenslagen aber durchaus ein authentisches Stück Depression, und deshalb empfehlenswert.

7/10
Aceust

01. Intro (Parceiros)
02. Retiro filosófico
03. Ao meu conhecimento
04. A marca
05. Infindável
06. Ondas
07. Se eu te esquecesse, oh morte!

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