Vardlokkur – Fragmenteret Okkult Bespottelse | 2008 | Det Germanske Folket | CD | Black Metal

Nach der großartigen Debüt MCD Med døden til følge konnte ich das Debütalbum kaum erwarten. Das Warten hat sich jedenfalls gelohnt, nicht nur, wenn man Besitzer des sehr edel gemachten Digipaks ist. Vardlokkur setzt mit Fragmenteret okkult bespottelse quasi dort an, wo die MCD endet. Großartige Veränderungen oder Entwicklungen sind nicht zu verzeichnen, Vardlokkur ist sich stilistisch treu geblieben. Die größte Neuerung dürfte damit wohl die Klangproduktion sein, die nun weitaus druckvoller, klarer und differenzierter ist.

Musikalisch positioniert sich Vardlokkur nach wie vor grimmig, schnell und zuweilen eben auch schön wüst und roh. Im Vergleich zur MCD sind einzelne Strukturen etwas facettenreicher und komplexer ausgefallen, allen voran das Gitarrenspiel. Die Gitarren klingen nicht nur viel satter und raumfüllender, auch das Riffing selbst ist vielschichtiger und flotter ausgefallen. Allerdings nicht immer so offensichtlich, da die zweite Gitarre gerne mal dezent im Hintergrund steht. Obwohl Med døden til følge etwas roher sowie wüster war, ist Fragmenteret okkult bespottelse insgesamt brutaler ausgefallen. Es gibt auf dem Album nämlich kaum harmonische und ruhige Parts, wie sie in zwei Liedern der MCD vertreten waren. Langsame, schleppende und harmonisch angelegte Melodieführungen gibt es zwar auch, doch sind diese rar und unauffällig, weil flüssig und nahtlos ins Material integriert. Selbst im neuneinhalb Minuten langen Ondskabt (dem einzigen wirklich langen Lied) verzichtet Vardlokkur völlig auf harmonische Strukturen.

Mit Fragmenteret okkult bespottelse ist es Vardlokkur scheinbar mühelos gelungen, die mit der MCD gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Allerdings vermisse ich ein wenig den rauen und wüsten Charme von Med døden til følge, der sich mit der klareren und druckvolleren Klangproduktion verflüchtigt hat. Spielerisch und strukturell ist es ein vollkommen überzeugendes Werk. Ich bin gespannt, wie Vardlokkur auf der anstehenden Tour ankommen wird, da die anderen Gruppen wie Arkona und Menhir doch eher weniger mit roher Härte und Geschwindigkeit zu tun haben.

7,5/10
Aceust

01. Gravfaerd
02. Underverdens kald
03. …men evig besat
04. Ligaske
05. I forraeders blod
06. Galningen
07. Selvmordet
08. Nattens yngel
09. Ondskabt
10. Untitled

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