Vanhelga – Höst | 2012 | Art Of Propaganda / Obscure Abhorrence

Die schwedische Einmanngruppe VANHELGA existiert bereits seit 2003 und mit Höst wurde vor kurzem das zweite Album veröffentlicht. Zuvor gab es zwei EPs, eine Split, zwei Demos und das 2010 erschienene Debütalbum Mortem Illuminate Mea. Für VANHELGA ist ein gewisser 145188 alleinverantwortlich, der sich inzwischen aber 1853 von LIFELOVER mit ins Boot geholt hat, welcher ihn künftig musikalisch begleiten und unterstützen wird. Obwohl 1853 auf Höst noch nicht mitwirkte, geht der Stil von VANHELGA aber durchaus in die Richtung LIFELOVER.

Höst ist düsterer und depressiver Black Metal mit einer verträumten, melodischen und leicht experimentellen bzw. abgefahrenen Komponente. Die Musik ist vielfältig arrangiert, die stets dunklen und drückenden Harmonien, die sich überwiegend aus Gitarre sowie Piano speisen, legen sich wie ein schweres, lichtverzehrendes Tuch über einen. Dies geschieht auf eine sehr abwechslungsreiche Art und Weise, die Lieder sind sehr unterschiedlich ausgefallen, es gibt zahlreiche Instrumentalstücke – die das Album angenehm auflockern. Das Gitarrenspiel ist oft sehr melodisch, dabei wechseln sich verzerrte und klare Gitarren ab, so dass die Riffs zuweilen auch recht rockige Züge tragen können. Andernorts kann es aber durchaus auch garstig werden, wie in Desperation, wenn VANHELGA das Tempo dann mal anzieht und es kurzzeitig richtig hässlich wird. Aber nicht nur die Melodik ist vielfältig, gleiches gilt auch für den Gesang. Oftmals ist er verzerrt und verstörend zu hören, wobei 145188 nicht wirklich giftig und innbrünstig kreischt sondern eher tief und kehlig gurgelt. Zudem gibt es viele gesprochene Passagen mit unverzerrter Stimme sowie kurze elektronische Parts in den Instrumentalstücken, die das Experimentelle und Abgefahrene unterstreichen. Manchmal klingt VANHELGA auf Höst für mich wie eine verstörte Mischung aus LIFELOVER, WOODS OF INFINITY, DE ARMA und WHIRLING. Es ist also ein düsteres und schweres Gemenge aus Rock, Depression und Black Metal mit experimentellen Elementen.

Wer die genannten Bands mag, wird ganz sicher auch Höst mögen. Es ist düstere, schwere und melodisch akzentuierte Kost mit viel Abwechslung. Für meinen persönlichen Geschmack könnte VANHELGA den experimentellen, abgefahrenen und bizarren Faktor durchaus noch erhöhen.

01. A sinister longing
02. Lugn
03. Desperation
04. Underbart sant
05. Overklighet
06. Udda tankar
07. Sorg
08. Pessimist
09. Vilsen
10. Armageddon
11. Hopplös
12. Livets bittehert

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