Uterus – Goatgod | 2007 | Funeral Moonlight Productions | CD | Black Metal

Aus der Ukraine stammt dieses Werk, auf dem das Duo von Uterus alle satanischen Klischees bedient, wie man unschwer an den Titelnamen erkennen kann. Mich stört so etwas nicht, im Gegenteil, auf mich hat es einen durchaus reizvollen Charme des Primitiven und Einfachen. Besonders vorgetan auf diesem Felde hat sich beispielsweise Anal Blasphemy, eine Gruppe, die ich auf gar keinen Fall missen möchte. Ganz so roh und übellaunig präsentiert sich Uterus indes nicht. Es wird originärer Rumpel-Black Metal zelebriert, der an sich nichts besonders ist oder bietet.

Mit dem Auftaktstück Winter hell beginnt Goatgod sogar ein wenig langweilig und belanglos, nicht, weil Uterus schlecht spielen würde, sondern weil dem Stück einfach die Atmosphäre, das gewisse Etwas fehlt. Im darauffolgenden Titelstück verhält es sich schon besser, da vor allem der schleppende Part im Mittelteil überzeugen kann und rohe, dunkle und verächtliche Akzente setzt.

Rhythmisch bewegt sich Uterus auf dem gesamten Album auf einfachen Pfaden fort. Der Rhythmus, der vom Schlagzeug geklopft, gehämmert und gepoltert wird, ist simpel gestrickt, was man vor allem während der eingängig schnellen Parts stark zu spüren bekommt. Viel stimmungsintensiver sowie wirkungsvoller wird es, wenn Uterus langsam oder schleppend spielt, denn dann entwickelt das rumpelige Spiel eine wahrlich unheilvolle und blasphemische Atmosphäre, die hervorragend zum satanischen und lebensfeindlichen Terminus der Gruppe passt. Das Gitarrenspiel ist durchweg überzeugend, sowohl während der schnellen als auch in den schleppenden Passagen. Es ist rau und schroff und erzeugt zumeist dunkle, traditionelle Harmonien, die in ihrer Boshaftigkeit ab und an in die Darkthrone-Ecke gehen. Diese norwegische Quelle der Inspiration wird in ANTI-human cult und March of the living dead besonders deutlich. Gesanglich agiert Uterus ziemlich abwechslungsreich, da es einerseits im verzerrten Gesang einige Abstufungen gibt und man sich auch nicht davor scheut, die Stimmbänder kurzweilig klar und unverzerrt einzusetzen.

Goatgod ist traditioneller roher Black Metal der rumpeligen und spielerisch simplen Gangart. Stören tut dies keinesfalls, sofern man keine gehobenen Ansprüche am rohen und blasphemischen Black Metal hat. Trotz der zum Teil hörbaren Beeinflussung Darkthrones (wer ist eigentlich nicht von Darkthrone beeinflusst?), scheint Uterus um Eigenständigkeit bemüht. Deshalb gibt es von mir überdurchschnittliche sechs Punkte, obgleich damit nicht die spielerische Qualität als vielmehr die boshafte und rumpelige Atmosphäre gemeint ist, die Uterus mit Goatgod an den Tag legt.

6/10
Aceust

01. Winter hell
02. Goatgod
03. Selfdestruction for SATAN
04. 666 cumshots on the face of god
05. The BLACK triumph
06. ANTI-human cult
07. March of the living DEAD
08. Terrorist (Nattefrost Cover)
09. Prepare to DEATH
10. The end of ALL

Schreibe einen Kommentar