Ungod – Bewitched By Sins And Lust

UNGOD - Bewitched by Sins and Lust

UNGOD - Bewitched by Sins and LustDer Name UNGOD ist mit dem deutschen Black Metal untrennbar verbunden, wurde die Band doch bereits 1991 gegründet. Mit Veröffentlichungen wie das 1992er Debütalbum „Circle Of The Seven Infernal Pacts“ oder der 1995er EP „Conquering What Once Was Ours“ begründeten sie in Untergrund-Kreisen einen gewissen Kultstatus. 1995 kam auch eine Split-EP mit den damals noch weitgehend unbekannten DESASTER aus Koblenz raus.

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2016 und von der Ursprungsbesetzung ist nur noch Schlagzeuger Condemptor übrig geblieben. Im Laufe der Jahre wurden zahllose Sänger und Gitarristen verschlissen, wobei es zwischen 2002 und 2009 eine längere Pause gab. Im selben Jahr erschien eine herrliche Split-EP mit MORT, weitere Splits sowie zwei Alben folgten. Das neuste Album heißt „Bewitched By Sins And Lust“ und UNGOD spielen Old School Black Metal im besten Sinne.

Die neun Lieder sind dreckig, riffbetont und direkt. Man fackelt nicht lange rum und hält sich nicht mit Ballast wie Ein- oder Überleitungen aus. Hier bekommt man Black Metal vor die Füße gekotzt, der einen zurück in die 80iger versetzt. UNGOD schaffen es mit einer bewundernswerten Leichtigkeit eine authentische Stimmung zu erzeugen, was angesichts des Alters der Band auch nicht verwundern sollte. UNGOD klingen nicht authentisch, sie sind es. Das hört und spürt man mit jeder Sekunde.

Im Mittelpunkt steht der variable und ausdruckstarke Gesang von Baal. Seine Stimme klingt häufig dreckig, manchmal richtig schön versoffen und thrashig, was übrigens sehr gut zur riffbetonten Spielweise passt. „Bewitched By Sins And Lust“ ist ein sehr gitarrenlastiges und demzufolge harmonisches, obgleich stets schmutziges Album. Im Vergleich zum Vorgängeralbum „Cloaked In Eternal Darkness“ ist das neue Werk viel thrashiger und melodischer. Netter oder weicher sind UNGOD deshalb noch lange nicht. Obgleich das Tempo oftmals langsam ist, sind UNGOD alles andere als zahm. Man muss nicht immer schnell spielen um gemein zu sein. Schnelle Parts gibt es natürlich auch, allerdings sind sie nur ein untergeordnetes Element. Der Fokus liegt klar auf dem Riffing und Gesang – was ein wenig schade ist, da das Schlagzeugspiel von Condemptor wirklich hörenswert ist.

UNGOD erinnern mich an eine Vielzahl alter Bands, weshalb es absolut müßig wäre sie aufzuzählen. „Bewitched By Sins And Lust“ ist ein sehr gut gemachtes Album. Der Klang ist gut und druckvoll aber weit davon entfernt totproduziert zu sein, überdies besitzt er eine spezielle Patina, die das Old Schoolige stimmig und stimmungsvoll unterstreicht. Empfehlenswerte Scheibe, vor allem wenn man die Bands der 80iger und 90iger mag.

Ungod – Bewitched By Sins And Lust
CD / Digital | Final Gate Records
2016 | Black Metal

1. Inner Sight
2. Of Light And Darkness
3. Possessed In Trance
4. Of Flesh, Blood And Brimstone
5. Path Of The Apocalyptic
6. Bewitched By Sins And Lust
7. Dust On The Cross
8. When Darkness Dims The Sky Above
9, Blessed By The Whore

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