Tyranny – Aeons In Tectonic Interment

Tyranny - Aeons In Tectonic Interment

Tyranny - Aeons In Tectonic IntermentFinnland scheint das Land des Funeral Dooms zu sein. TYRANNY melden sich zehn Jahre nach dem Debütalbum „Tides Of Awakening“ mit dem Nachfolger „Aeons In Tectonic Interment“ zurück. Nicht nur die Musik ist unglaublich langsam und zäh, auch der Entstehungsprozess schloss sich dem Wesensmerkmal des Funeral Dooms an, denn die Arbeiten an dem neuen Album dauerten sagenhafte neun Jahre an. Aber auch auf Konzerten und Festivals, darunter Roskilde und Roadburn, war man aktiv.

Nun ist das Album da und es ist so, als wären TYRANNY niemals fort gewesen. „Aeons In Tectonic Interment“ ist nämlich ziemlich genau das, was ich mir unter (finnischem) Funeral Doom vorstelle. Die Länge der Lieder und deren Langsamkeit zu erwähnen, ist fast schon ein Verstoß gegen das Blasphemiegesetz, muss der Gründlichkeit wegen aber dennoch dargelegt werden. Die fünf langen Stücke sind schwer und beklemmend aber immer wieder auch atmosphärisch. TYRANNY kombinieren dezente atmosphärische Elemente mit extrem drückender Zähigkeit und einem absolut unheilvollen Gesang, was eigentlich eher ein gurgelndes Sprechen ist. Es gibt sogar Passagen, in denen TYRANNY geradezu grimmig werden, ob dieser fiesen Stimme und kurzweiliger Tempoaufnahme.

Tyranny (Band)
© Peter Troest

Einerseits klingen TYRANNY sehr finnisch, gerade die atmosphärischen, tragenden und majestätischen Einsprengsel legen die Heimat offen doch dem wurden unbeschreiblich bedrückende Parts mit intensiver Sepulkral-Atmosphäre entgegengestellt, die etwa mit EVOKEN vergleichbar sind. Trotz der immensen Zähigkeit gibt es vereinzelt rhythmische Abwechslung und Divergenzen am Schlagzeug, deren Klang und Charakter mich punktuell ein wenig an obskure Formationen wie DISEMBOWELMENT denken lassen. Musikalisch lassen sich TYRANNY absolut nicht mit den Australiern vergleichen, dennoch gibt es im Spiel Arrangements und Breaks, die bizarre Kontrastpunkte setzen und Spannungsbögen aufbauen, welche die sakrale Grabesstimmung kurzweilig aufbrechen.

Manch einem mag „Aeons In Tectonic Interment“ vielleicht zu langatmig, monoton oder langweilig sein. Andere werden sich jedoch in der konsequent durchgeführten Sepulkral-Ästhetik vollends verlieren. Es ist TYRANNY schließlich gut gelungen Erhabenheit, Atmosphäre und dezente Kontrastpunkte miteinander verschmelzen zu lassen. Mir gefällt das Album gut, es ist atmosphärisch, harmonisch aber auch dunkel, drückend und unheimlich. Was will man von Funeral Doom mehr?

Tyranny – Aeons In Tectonic Interment
Vinyl / CD / Digital | Funeral Doom
2015 | Dark Descent Records

1. Sunless Deluge
2. A Voice Given Unto Ruin
3. Preparation Of A Vessel
4. The Stygian Enclave
5. Bells Of The Black Basilica

https://www.facebook.com/tyrannyfuneraldoom
http://www.darkdescentrecords.com/

Schreibe einen Kommentar