Traumatic Voyage – Cogito Ergo Sum | 2008 | Merciless Records | CD | Dark Metal

Nachdem sich Merciless Records bereits dem 2006er Album Khiaoscuro annahm, hat das Label nun auch das bereits 1998 aufgenommene Werk Cogito ergo sum veröffentlicht. Laut Astorian, dem Alleinherrscher von Traumatic Voyage, sei dieses Werk sein absoluter Egotrip und er geht davon aus, dass niemand befähigt ist, dieses Werk zu verstehen. Beachtet man diese misanthropische Selbstverherrlichung nicht weiter und man ist düsterer experimenteller Musik nicht abgeneigt, kann man mit Cogito ergo sum seine Freuden haben. Im direkten Vergleich zu Khiaoscuro ist Cogito ergo sum atmosphärischer und melodischer ausgefallen, was mir besser gefällt. Die Strukturen sind diesmal nicht so oft so komplex und aufgeladen an schnellen, kompakten Arrangements. Dies hat zur Folge, dass ich schneller in die Musik und deren bizarre Klanglandschaften hinein finde. So manches Mal sind aber auch auf Cogito ergo sum sehr eigenwillige, technische und anstrengende Strukturen zu hören, die nicht immer einfach zu ertragen sind. Doch sind solche Parts gegenüber Khiaoscuro seltener.

Bei Traumatic Voyage ist aber nicht nur die Musik an sich eigenartig, auch der Klang hat etwas sehr spezielles, da er oft dumpf und kraftlos ist. In der Regel empfinde ich dies als einen Mangel doch im Falle von Traumatic Voyage ist es stimmig, da dieser Klang die verstörende Atmosphäre der Musik stimmungsvoll betont. Das programmierte Schlagzeug klingt vor allem während der schnellen und stampfenden Parts sehr künstlich und mechanisch, doch darf man dabei auch nicht vergessen, dass das Album vor über zehn Jahren aufgenommen wurde. Zwei oder drei Mal geht das programmierte Schlagzeug sogar in elektronische Beats über, was im ersten Augenblick vielleicht befremdlich erscheint, erweist sich dann allerdings als schön düster und schlüssig. Merciless Records beschreibt die Musik als „sickest psycho Black Metal“ und als eine „psychoaktive Reise“, was man so stehen lassen kann, da die Musik und die Atmosphäre während der 77 Minuten langen und eben nicht kurzen Reise, durchaus psychotische Züge hat.

Man muss Traumatic Voyage und Cogito ergo sum in jedem Fall mit Vorsicht genießen und man darf nicht mit falschen Vorstellungen und Erwartungen an die Sache gehen, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dieses Werk als abstoßend zu empfinden. Deshalb beschreibe ich die Musik auch nicht als irgendeine Form des Black Metals sondern ordne die Musik dem Oberbegriff Dark Metal zu. Es ist düstere und bizarre Musik mit atmosphärischen aber auch extremen Auswüchsen. Wer so etwas mag, dem wird das Album vielleicht gefallen. Mich spricht es jedenfalls an, obgleich es keine leichte Kost ist und ich die Musik sicherlich nicht zu jeder Gelegenheit hören kann.

7,5/10
Aceust

01. Cogito ergo sum (Gedankenwelt)
02. No man’s land
03. Sagarmatha (Call of the mountain)
04. Behind dead eyes
05. Grenzgang(-erfahrung!)
06. Entropie
07. Jenseits des Fleisches
08. To beliefe…
09. Anachronismus
10. Tripnosis (Deus absconditus)

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