Todtgelichter – Schemen | 2007 | Folter Records | CD | Black Metal

Nachdem mir damals das Demo, Fluch / Sog in den Wahnsinn, gefiel und ich das Debütalbum Was bleibt… irgendwie verpasste, gibt es für mich nun nach vier Jahren seit diesem Demo einen Nachschlag. Damals attestierte ich Todtgelichter, ein sehr gelungenes Demo veröffentlicht zu haben, dies gilt nun auch für das inzwischen zweite Album Schemen.

Mit der instrumentalen Einleitung Impuls, wird das Album sehr atmosphärisch und stimmungsvoll eingeleitet, da Todtgelichter gute und packende Harmonien mit einigen kraftvollen Arrangements kombiniert und somit auf das folgende Larva vorbereitet. Denn Larva beginnt sehr druckvoll, treibend und mit Bedrohlichkeit versprühenden Riffs bevor der Auftakt dann von einem sehr schnellen, energischen und gar ein wenig harschem Part abgelöst wird. Doch damit ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht, denn es folgt eine rasend schnelle Passage, die durchtränkt ist von Wut und Brutalität. Trotz aller Schnelligkeit wird Larva aber immer wieder durch melodisch gespielte Gitarren aufgelockert.

Schnelle Parts gibt es zwar auch in Segen, doch sind diese anders als zuvor in Larva, weniger brachial, dafür aber weitaus eingängiger gestaltet. Diese Eingängigkeit wird zusätzlich von den Gitarren vertieft, die dann recht eingängige helle Melodien veräußern. Segen ist aber nicht durchgehend schnell und eingängig, es gibt immer wieder langsamere Phasen in denen kurzweilig auch ein unverzerrtes Rufen zu hören ist, welches quasi als Duett mit dem verzerrten Gesang fungiert.

Mit Blutstern folgt ein wunderbar intensives Lied, das mit einem Zitat aus der Filmreihe „Matrix“ eröffnet wird. Obwohl Blutstern sehr schnelle und brachiale Parts hat, sind nicht sie es, die dem Lied die eindringliche Atmosphäre bescheren. Es sind die grandios gespielten und verzerrten Gitarren, die nicht einfach nur atmosphärisch sind sondern darüber hinaus, eine vereinnahmende Eindringlichkeit, einen Sog entwickeln, dem man sich nicht entziehen kann. Abgerundet wird diese großartige atmosphärische Leistung durch wohl dosierte Beigaben, wie etwa Walgesang oder die bereits erwähnten schnellen Brachialparts.

Für immer Schweigen ist durchweg ein schleppend oder langsam gehaltenes Lied, in dem vor allem facettenreich gestaltete Melodiestränge das Geschehen dominieren und somit für eine schwere Atmosphäre sorgen. Trotz der rhythmischen Langsamkeit hat Für immer Schweigen aber dennoch sehr kraftvolle Momente, was sowohl dem lebhaften Gesang wie auch dem gut gespielten Schlagzeug zu verdanken ist.

Das längste Lied Aschentraum ist ein sehr kraftvoll wie treibendes Stück mit einem hohem Maß an Abwechslung. Bis auf einen extrem energischen Part am Ende gibt es zwar keine wirklich schnellen oder brachialen Schübe, aber dennoch besitzt Aschentraum sehr treibende und druckvolle Züge, die durch das hervorragende Zusammenspiel von Schlagzeug und den Gitarren erwirkt werden. Die Melodien und Harmonien, die dabei erzeugt werden, haben phasenweise etwas sehr dunkles, bedrohliches und auch hypnotisierendes. Punktuell kommt dabei auch ein sehr leise gespieltes und unauffällig platziertes Piano zum Einsatz. An anderer Stelle, kurz bevor es extrem schnell wird, ist sogar kurzweilig ein Saxophon zu hören. Die dunklen Harmonien, die es in Aschentraum zuhauf gibt, erinnern mich in ihrer Intensität und Perfektion ein wenig an Lunar Aurora, die in diesem Metier ja wahre Meister sind.

Hierauf folgt mit Hammer ein sehr schnelles Stück mit hämmernden Passagen, treibenden Riffs und Melodiebögen, die sich dem Spielfluss stets anpassen und entweder eher hart oder eher harmonisch sind. Zu guter letzt folgt Beginn des Endes, ein etwas anderes Lied auf Schemen, da neben dem melodischen Kern auch weiblicher Gesang zu hören ist. Schlecht ist es gewiss nicht, da es mit dem Gesang nicht zu sehr übertrieben wird aber als unbedingt nötig erachte ich ihn trotzdem nicht. Hat entfernt vielleicht etwas von In the Woods.

Wie dem auch sei. Schemen ist in jedem Fall ein sehr gutes Album, das mit sehr intensiven Stimmungen und Atmosphären aufwartet. Aber nicht nur diese harmonische Komponente ist beeindruckend sondern auch das Spiel an den Instrumenten als solches. Schemen ist ein tolles Album auf konstant hohem Niveau.

01. Impuls
02. Larva
03. Segen
04. Blutstern
05. Für immer Schweigen
06. Aschentraum
07. Hammer
08. Beginn des Endes

Schreibe einen Kommentar